Tagesarchive: 24. September 2011

Unser HSV gewinnt hochverdient

In Stuttgart läuft zur Zeit die Wasn. In Stuttgart lief auch der HSV. Er lief als Mannschaft, einer für den anderen. Dies gilt insbesondere für die zweite Halbzeit. Aber der Reihe nach.

Heute Mittag verkündete das Abendblatt, dass der HSV nun doch mit Huub Stevens Kontakt aufgenommen hat. Die Bildzeitung wird morgen titeln, dass der HSV einen neuen Trainer hat und dieser den Namen Huub Stevens trägt. Von offizieller Seite ist und u. a. laut Lars Pegelow (Hamburg 90,3) gibt es hierfür keine Bestätigung. Aber, allgemein wird in der Hamburger Medienlandschaft davon ausgegangen, dass Huub Steven am Montag als neuer HSV – Trainer vorgestellt wird, denn so u. a. im Matz ab Blog zu lesen ist er zu einem persönlichen Gespräch in Hamburg eingeladen worden. Sieht also ganz so aus als ob er es werden wird.

Dennoch, 2007 hatte er eine Mannschaft mit gestandenen Größen wie Rost, Atouba, Kompany, einem noch guten Demel, de Jong und vor allem mit einem vollstreckenden Zehner namens Rafael van der Vaart und dazu noch Olic. Von einer solchen Besetzung sind wir gegenwärtig weit entfernt. Ich hoffe darauf, und dass unabhängig davon wer der neue Trainer wird, dass er mit den jungen Spielern arbeitet und sie auch aufbietet. Weiter hoffe ich darauf, dass offensiver Fußball gespielt wird. Warten wir mal in Ruhe ab, was übers Wochenende geschehen wird.

Zum Spiel. Ich verspüre so kurz nach dem Spiel überhaupt keine Lust – mich mit auch berechtigter Kritik – insbesondere an der ersten Halbzeit aufzuhalten. Heute Abend und am Sonnabend ist einfach nur Freude und Erleichterung über einen hochverdienten HSV – Auswärtssieg in Stuttgart angesagt. Jungs, das war Klasse! In Gedanken habe ich noch die Bilder vom Gladbach – Spiel vor Augen. In Erinnerung geblieben ist die desolate Körpersprache als Trainer und Mannschaft zur zweiten Hälfte zurück kamen und es immer noch 0 : 0 stand. Im Stillen habe ich mich gefragt, was da wohl in der Kabine los war. Das war heute ganz anders und sehr viel besser. Die Mannschaft lag im Feindesland 1 : 0 hinten, aber die Körpersprache verriet schon dass es dabei aus HSV – Sicht nicht bleiben sollte. Und es ging von Anfang der zweiten Halbzeit an nur in eine Richtung. In Richtung auf das von Ulreich gehütete Tor. Son, Lam und Töre sorgten für Alarm in der gesamten Stuttgarter Hälfte. Das war Klasse. Die liefen mit und ohne Ball, dass es eine wahre Freude war. Sie erspielten sich Chancen, aber zwei Standards mussten bei den Toren helfen. Zwei Ecken, jeweils von Töre getreten, beförderten Bruma mit dem Kopf und Tesche mit Volleyschuss ins Stuttgarter Tor und drehten damit die Partie zu unseren Gunsten. Der folgende offene Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben wurde unserer jungen Mannschaft (die durch Auswechslungen in den letzten Minuten etwas älter wurde) gut bestanden. Situationen in denen wir in den vergangenen Spielen noch Tore kassierten blieben ohne Folgen und wir hatten selbst Chancen Tore aus dem Spiel heraus zu erzielen. Auch das war ein großer Unterschied zu den vorangegangenen Partien. Da ist heute sehr viel Hoffnung geweckt worden auf bessere Spiele und Ergebnisse.

Wenn ich mir die Mannschaft von heute im Einzelnen anschaue und bei Drobny beginne, muss ich zugeben, dass ich Drobny zur Halbzeit ausgewechselt hätte. Er machte wahrlich nicht den sichersten Eindruck und trägt auch Verantwortung, wohl gemerkt nur auch, am 1 : 0 des VfB. Danach und das spricht für ihn hat er auch dank seiner besser werdenden Vorderleute keinen mehr rein gelassen. Der zweite den ich in der Kabine gelassen hätte war der spätere Matchwinner Robert Tesche. Bei beiden leiste ich hier abbitte. Westermann auf der rechten Außenverteidiger Position ohne Fehl und Tadel. Aogo im Vergleich zu allen vorangegangenen Saisonspielen deutlich verbessert. Bruma und Rajkovic wurden beständig besser und sicherer in ihren Aktionen. Heute war Bruma der Innenverteidiger der ein Tor beitrug. Wunderbar. Ein ganz großes Kompliment hat sich heute bei seinem Bundesligadebut der 20 jährige Deutsch-Chinese Zhi Gin Lam verdient. 65 Minuten bearbeitete er die rechte offensive Außenbahn als sei das selbstverständlichste auf der Welt. Ein super Debut. Weiter so. Zu Recht wurde er allen voran von Rodolfo Esteban Cardoso für seine richtig gute Leistung beglückwünscht. Robert Tesche als einer der beiden Sechser indirekt auch am Gegentor beteiligt, da nicht auf seiner Position wurde mit zunehmender Spieldauer deutlich stärker. Ich hoffe, darauf dass ihm seine Leistung der zweiten Halbzeit sein Selbstvertrauen und sein Selbstbewusstsein nachhaltig stärkt und wir öfter solche Auftritte von ihm sehen können. Für Thomas Rincon gilt auch eine starke zweite Halbzeit. In dieser wurde er dass, was Einsteins Thomas Doll als griffig bezeichnet hat. Rincon ist auf der Sechs gut aufgehoben und er wird sich dort auch langfristig durchsetzen. Auf der linken offensive Außenbahn machte Töre dort weiter – nur noch um einiges energischer – wo er im Spiel gegen Gladbach aufgehört hat. Ganz offensichtlich macht es ihm riesen Spaß gegnerische Abwehrreihen auszuspielen, zu düpieren und sich zeitweise auch einfach nur auszutoben. Was ich ihm wirklich gönne ist sein erstes und natürlich nicht letztes Bundesligator. So allmählich dürfte es fallen. Petric hat heute wieder wenig Bälle bekommen und es scheint ganz so als sei dieser „neue“ auf großer Laufbereitschaft aufbauende und oft auch mit hohem Tempo vorgetragene Fußball nicht oder nicht mehr seine Welt. In der ersten Hälfte hatte Son eine wirklich gute Szene (42. Minute), in der zweiten Halbzeit wurde er wie alle anderen auch beständig besser und wirbelte gemeinsam mit Töre, Lam und nach seiner Einwechslung auch Romeo Castelen. Immer wenn Guerrero (kam für Son) auf dem Feld ist in dieser Saison wird er besonders aggressiv und zum Teil auch übermotiviert hart gefoult. Offensichtlich sorgt seine Leistung von der Copa America noch immer für größte Aufmerksamkeit ihm gegenüber. Er kommt auch deshalb nicht wirklich zum Zug. Für die letzten 2 – 3 Minuten durfte auch Jarolim mitwirken, das kostbare 2 : 1 über die Zeit zu bringen.

Trotz aller Meriten der vorgenannten Spieler ist der Mann des Tages Romeo Castelen. Am 20.09.2009 hatte Romeo Castelen sein bis heute letztes Bundesligaspiel bestritten. Es folgten zwei überaus harte Jahre die von schweren und schwersten Verletzungen geprägt waren und die auch das vorzeitige Ende seiner Karriere bedeuten konnten. Heute war sein großes Comeback. Ich freue ich mich riesig mit ihm. Und fast hätte er es noch mit einem Tor gekrönt wäre da nicht noch Ulreich mit einer Hand an den platziert geschossenen Ball gekommen.

Ein Spiel das uns HSVern Freude schenkt und Zuversicht für eine bessere Restsaison.

Nur der HSV.

Die Statistik

Stuttgart: Ulreich – Boulahrouz, Tasci, Maza, Molinaro (ab 81. Boka) – Kvist, Kuzmanovic – Harnik, Gentner (ab 69. Pogrebnyak), Okazaki (ab 76. Gebhardt) – Cacau. – Trainer: Labbadia

Hamburg: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Tesche, Rincon – Lam (ab 65. Guerrero), Töre – Son (ab 81. Castelen), Petric (ab 90. Jarolim). – Trainer: Esteban Cardoso

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 50.000

Tore: 1:0 Harnik (18.) , 1:1 Bruma (51.), 1:2 Tesche (67.)

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: