Monatsarchive: August 2012

Nordderby

Zum 97. Mal steht das Nordderby auf der Tagesordnung der Bundesliga und ist somit das traditionsreichste der Bundesliga. Kein anderes Derby hat es in der Bundesligageschichte häufiger gegeben. Und dennoch steht es am Donnerstag noch immer nicht im Mittelpunkt des Interesses. Ebenso wenig wie die erfreulichen Neuverpflichtungen des HSV Milan Badelj (Trikot – Nr. 14) und Petr Jiracek (Trikot – Nr. 19), die beide von Beginn an am Weserbogen ran dürfen.

Das größte Interesse hat nach wie vor die Verpflichtung Rafael van der Vaarts. Noch sind sich die Vereine über die Ablösesumme für die ehemalige Nr. 23 des HSV nicht näher gekommen. Das Angebot des HSV lautet 12 Millionen während Tottenhams Präsident Levy noch immer 18 Millionen fordert. Angeblich gibt es eine Bedingung von Kühne für sein Engagement auch beim Gehalt, dass die Ablösesumme nicht über 12 Millionen liegen darf. Jarchow schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Transfers mit 70 : 30 gegen ein neues Engagement van der Vaarts ein. Gleichzeitig hat Marketingvorstand Hilke mit dem Anwalt van der Vaarts einen unterschriftreifen Vertrag ausgearbeitet. Rafael van der Vaart hat heute – Medienberichten zufolge – mit Levy gesprochen und seinen Wechsel in einem etwa halbstündigen Gespräch vorangetrieben. Levy ist für Transfers in den letzten möglichen Minuten der Transferperiode bekannt. So verpflichtete er van der Vaart vor zwei Jahren auch erst in den letzten Minuten vor Transferschluss als niemand mehr mit dem Transfer rechnete und er „nur noch“ 10 Millionen bezahlen musste. Tottenham seinerseits hat bereits aufgerüstet und sowohl Spieler für die Nachfolge von Luca Modric als auch Rafael van der Vaarts verpflichtet. Ist personell also auf den Abgang van Vaarts vorbereitet.

Weitere Transferspekulationen gibt es um einen möglichen kurzfristigen Transfer gibt noch für die Position des Stürmers. Einerseits wird schon seit längerem Yannick Sagbo aus Evian gehandelt und er schien fast konkurrenzlos zu sein – bis heute. Heute hat Sporting Lissabon dem HSV angeboten den bulgarischen Nationalspieler Valeri Bojinov unentgeltlich für die laufende Saison auszuleihen. Lediglich das Gehalt wäre vom HSV zu bezahlen. Bojinov war als 21 – jähriges Talent 2007 schon einmal Thema beim HSV.

Zum Spiel:

Alle Welt redet über die Krise des HSV. Durchwachsenen Vorbereitung, Erstrundenaus im DFB – Pokal und Heimpleite gegen Nürnberg mit wenigstens zum Teil katastrophalen Auftreten. Ganz klar das war nicht herzerfrischend und schon gar nicht bundesligatauglich. Doch dem Gegner von der Weser erging es von den reinen Ergebnissen nicht einen Deut besser. Allerdings waren ihre gezeigten Leistungen deutlich ansprechender. Dennoch gibt es keinen Anlass unseren HSV schlechter zu machen. Trainer Thorsten Fink krempelt die Mannschaft auf sieben Positionen um und bringt dabei fünf neue in die Startelf. Auf der rechten Außenverteidigerposition wird Bruma gegen Elia spielen, der mal wieder versucht verbal gegen sein schlechtes Image anzureden. Dafür rückt Heiko Westermann Innenverteidigung in die Innenverteidigung. Auf der Doppelsechs werden Badelj und Jiracek debütieren. Auf der rechten offensiven Außenbahn wird voraussichtlich Beister beginnen. Ilicevic wird zentral offensiv beginnen und links wird Jansen aufspielen. Der neue Stürmer heißt Artjoms Rudnevs, der Berg nicht nur nach dessen schlechten Spiel gegen Nürnberg sondern auch aufgrund der Trainingsleistungen verdrängt hat.

Bei einem Auswärtssieg bleibt die Krise an der Weser. Aber bis Freitag 18.00 h warten wir nicht nur auf das Ende der Transferperiode sondern auch auf den Vollzug des van der Vaart Transfers. Dieser könnte dann noch einmal die Mannschaftaufstellung verändern. Aber dazu wollte sich Trainer Fink auf der Pressekonferenz zum Spiel nicht konkret äußern. Verständlich.

Statistiken: Vorsaison: 2:0. Die Bilanz aus Werder-Sicht: 33 S, 33 U, 30 N; 142:145 Tore.

Aufstellungen:

Werder Bremen: Mielitz – Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz – Fritz – Arnautovic, de Bruyne, Hunt, Elia – Petersen

Reservebank: Wolf (Tor), Affolter, Lukimya, Bargfrede, Ekici, Ignjovski, Junuzovic, Akpala, Füllkrug

Trainer: Schaaf

Hamburger SV: Adler – Bruma, Westermann, Mancienne, Aogo – Jiracek, Badelj – Beister, Ilicevic, Jansen – Rudnevs

Reservebank: Drobny (Tor), Lam, Arslan, Sala, Skjelbred, Tesche, Berg, Son

Trainer: Fink

Es fehlen:

Werder Bremen: A. Stevanovic (Schulterverletzung), Strebinger, Vander, Hartherz, Röcker, Aycicek, Kroos, P. Stevanovic, Trinks, Trybull, Öz. Yildirim, Wurtz (alle nicht berücksichtigt)

Hamburger SV: Rincon (Knochenhautentzündung), Kacar (Aufbautraining), Scharner (Innenbandriss), Mickel, Neuhaus, Besic, Sowah, Sternberg, Ingreso, Nörgaard, Steinmann (alle nicht berücksichtigt) Rajkovic (suspendiert),

Spielinfos:

Anstoß: Sa. 01.09.2012 15:30, 2. Spieltag – 1. Bundesliga

Stadion: Weserstadion

Trainer, Mannschaft und System

Es ist gute zehn Monate her da präsentierte der HSV seinen neuen Wunschtrainer Thorsten Fink. Heraus gekauft aus einem laufenden und gültigen Vertrag. Dieser sollte die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler besser machen und für ein hohes Maß an Identifikation mit dem Verein.

Schon nach kurzer Zeit musste Thorsten Fink einsehen, dass er sein favorisiertes Spielsystem (4 – 2 – 3 – 1) mit dieser verunsicherten HSV – Mannschaft nicht umsetzen konnte. Er verstärkte die Defensive, reaktivierte für das defensive Mittelfeld Jarolim und schaffte letztendlich den Klassenerhalt. Immer wieder wechselten gute und starke Auftritte der Mannschaft mit leidenschaftslos abgespulten und lästig wirkenden Pflichtaufgaben ab. Dem entsprechend fielen die Ergebnisse aus.

Nach der Saison wollte die sportliche und die Vereinsführung die Saison generalsstabsmäßig analysieren und die entsprechenden Konsequenzen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen prüfen und umsetzen. Dabei kam heraus: „Erst muss verkauft werden, dann können wir investieren. Auf die Rolle die Mitgliederversammlungen und Satzungsänderungsanträge in diesem Zusammenhang gespielt haben will ich hier nicht eingehen. Dass sie Einfluss hatten steht für mich jedoch außer Frage.

Schon früh in der Planung stand fest, dass David Jarolim und Mladen Petric – um nur die prominentesten zu nennen – Hamburg verlassen mussten. Später gesellten sich dann noch Guerrero und Töre dazu. Damit war erst einmal ein wenig Spielraum da um neue Spieler zu verpflichten. Es kamen Adler, Rudnevs und der Rückkehrer Beister wurde mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet. Danach gerieten sowohl die Verkaufs – als auch die Einkaufsaktivitäten ins stocken. Der nächste Schritt war die Verpflichtung von Milan Badelj, der erst ab dem 29.08.2012 zur Verfügung stehen darf, da er noch das Rückspiel in der CL – Qualifikation für Dinamo Zagreb absolvieren muss. Wohl zu spät für einen Einsatz in Bremen.

Parallel dazu verkündete der geschäftsführende Vorstand, dass der HSV für die Philosophie stehe mit Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen den Weg an die Spitze antreten zu wollen. Um dieses zu unterstreichen wurde das Projekt „Campus“ aus der Taufe gehoben. Hier sollen ab dem 29.09. 2012 Mitglieder und Fans dem HSV zu einer Summe von 12,5 Millionen € verhelfen, die mit 6 bis / Prozent verzinst werden sollen. Im Prinzip eine gute Idee das Nachwuchszentrum von Norderstedt in den Volkspark zu verlegen. Im Prinzip auch eine gute Idee den Nachwuchs verstärkt in die Kaderplanung der Zukunft einzubeziehen. Jedoch hilft es den letztjährigen Tabellen 15. aktuell nicht.

Zwar gibt es mit Steinmann und Norgaard zwei 17 bzw. 18 jährige Talente die mit den Profis trainieren und mit Norgaard war einer von ihnen im Kader gegen den 1. FC Nürnberg, aber es fehlt dem Trainer der Mut diese jungen Spieler auch einzusetzen.

Wenn ich von den ersten beiden Pflichtspielen in dieser Saison als Grundlage ausgehe sehe ich keine positive Veränderung zur Vorsaison. Im Gegenteil. Nach 112 Tagen Sommerpause hat sich an der Einstellung vieler Spieler zu ihrem Beruf (Job) nichts zum Positiven verändert. Es wirkt geradezu so, als sei es eine lästige Angelegenheit dem gut bezahlten Job eines Fußballprofis nach zu gehen. Der, dass sei hier einmal kurz angemerkt, im Verhältnis zu anderen Berufen wie Krankenschwester, Arzt und vielen anderen keinerlei wirkliche Verantwortung mit sich bringt.

Nun kann man seiner Arbeit immer auf zweierlei Weise Nachkommen: So dass gerade reicht oder so, dass einem selbst Spaß macht: Ich frage mich, während ich diese Zeilen schreibe, wie es sich für einen Fußballprofi anfühlt wenn er nach lustlos absolvierter Arbeit nachhause geht. Einsatz, Engagement und Leidenschaft für seinen Beruf erwartet jeder Arbeitgeber. Fordert der HSV in Person von Fink, Arnesen und Jarchow oder auch Otto und Ertel dieses in ausreichendem Maß ein? Leider kann ich diese Frage nicht beantworten. Berücksichtige ich die in dieser Saison abgelieferten Leistungen einiger Spieler komme ich zu dem Ergebnis, dass dieses nicht der Fall sein kann. Es ist ohne Zweifel richtig, dass der Trainer für die Einstellung der Spieler verantwortlich ist. Allerdings hat kein Trainer der Welt bei einem Spieler eine realistische Chance, diese zu positiv zu verändern wenn er der Spieler es nicht will. Also eine Charakterfrage.

Unser Trainer Thorsten Fink möchte mit seiner Mannschaft – unserem HSV – sein System spielen. Dieses soll auch in allen Mannschaften des HSV gespielt werden, die dem profibereich zuarbeiten. Soweit, so gut. Aber ist das System für den bestehenden Profikader realistisch umsetzbar? Antwort: Nein. Siehe Resultate.

Trotz einer personell stark ausgelegten Defensive fallen regelmäßig mehr Gegentore als wir selbst schießen. Wie in der letzten Saison geht es auch in dieser munter damit weiter, dass sie besonders häufig nach Standardsituationen erzielt werden. Wenn ich es richtig gezählt habe vier von fünf in dieser Saison. Unser System, dass über die Dominanz kommen soll, zum Torerfolg führen soll und schließlich den Sieg zum Ziel hat, benötigen wir eine sichere Ballbehandlung von der Annahme bis zur Weiterverarbeitung. Sicheres Passspiel. Habe ich mindestens seit Monaten nicht mehr von unserem HSV gesehen. Gestern gegen den FCN war es eher zufällig wenn ein Zuspiel ankam. Da drängt sich nicht nur eine Frage auf. Die wichtigste scheint mir zu sein: Was hat Fink mit der Mannschaft trainiert?

Sollte es daran liegen, dass unsere Spieler technisch noch so unfertig sind? Zuspiele über zwei Meter waren gegen Nürnberg keine sichere Sache. Vielleicht ist der Kader von dem verlangten Spielsystem aber auch einfach nur überfordert und es muss ein einfacheres System gespielt werden. Eines, das alle kennen. Vielleicht ein 4 – 4 – 2 oder auch ein 4 – 3 – 3. Zwar spielt u. a. die deutsche Nationalmannschaft das „finksche System“  Trainer Thorsten Fink muss sich hinterfragen ob das 4 – 2 – 3 – 1 das System ist, dass er von seinem Kader spielen lassen kann. Ist der vorhandene Kader dazu befähigt es umzusetzen? Meiner Meinung nach ist er es nicht. Personelle Veränderungen können da vielleicht noch etwas bewegen. Mit dem vorhandenen Personal und den schnellen Leuten im Kader sollte der Schwerpunkt des Spiels nicht auf Dominanz, Kontrolle und Ballbesitz ausgerichtet sein, sondern auf das Erfolgsmodell der Vereine die in der vergangenen Saison in Hamburg gewonnen haben. Die wesentlichen Bausteine waren eine sichere Defensive und bei eigenem Ballbesitz (blitz-) schnelles Umschalten auf Offensive mit einem schnellen Abschluss. Eine simple Kontertaktik. Für den Gegner schwerer zu bespielen als ein Team, dass Dominanz ausüben will, statt Tore zu schießen.

Die gestrige Startelf mit Adler, Diekmeier, Bruma, Mancienne, Aogo, Westermann, Skjelbred, Sala, Son, Jansen, Berg hat mich schon sehr gewundert, aber es gibt wohl kaum etwas zwischen Erde und Himmel was nicht noch überraschender gestaltet werden kann. Da wird für den sicherlich nicht guten Sala in der 58. Minute von Fink der theoretisch ausgemusterte Tesche eingewechselt. Das passt von der Position her nicht und die Aufgabe wurde auch in der folgenden guten halben Stunde Einsatzzeit nicht deutlich. War es der Versuch den Verantwortlichen zu zeigen, dass es mit diesem Kader für die Bundesliga nicht reicht? Die Pfiffe die nach der Einwechslung durchs Rund gingen galten nach meiner Wahrnehmung jedenfalls nicht Tesche, sondern Fink. Vielleicht lag es daran, dass viele Beobachter des Spiels ein offensives Signal von der Trainerbank an die Mannschaft erwartet hatten. Also Beister oder Rudnevs z. B. für den von Beginn an völlig überforderten Son. Aber Son musste erst nach der Nürnberger Führung gehen, ebenso wie Skjelbred. Dafür kamen dann Beister und Rudnevs. Und dieser Rudnevs hatte in zwanzig zwei gute Szenen in denen er mit etwas mehr Glück hätte einnetzen können. Sicherlich benötigen beide Spieler genauso wie Son noch viel Spielerfahrung und müssen stetig dazu lernen, aber wenn sie nicht spielen (Rudnevs, Beister) können sie sie nicht gewinnen. Ich gebe zu, dass ich gegen den Club eine offensivere Aufstellung erwartet habe. Eine in der Rudnevs und Beister von Anfang an spielen.

I CAN`T GET NO SATISFACTION

Ich bin, obwohl inzwischen ein wenig abgekühlt noch immer stocksauer über die vom HSV abgelieferte Anti – Leistung. Über die gesamte Spielzeit bot der HSV nichts weiter als Abstiegsniveau. Es grausam, es war von einigen Spielern am Rande der Arbeitsverweigerung. Von manchem Spieler glaubte man während des Spiels die nackte und ungeschönte Lustlosigkeit zu spüren. Ähnlich wie ich es bei Trainingseinheiten auch gesehen habe. Steffen Simon, der ARD – Kommentator stellte fest, dass der HSV am Ende körperlich platt sei. Er vermisste – wie ich auch – zu Recht ein absolutes Aufbäumen, den unbedingten Willen wenigstens noch einen Punkt zu holen. Laut Steffen Simon ging es nicht, denn die HSV – Spieler sein am Ende ihrer Kräfte. So habe ich es zwar im Stadion nicht empfunden, aber sie taten zu wenig. Dies allerdings über 90 Minuten.

Schon gestern zeigten die Dortmunder Ultras was sie von dem neuen Kodex, den Politik, Verbände und Vereine in der Sommerpause beschlossen haben halten. Nämlich reinweg gar nichts. Die HSV Ultra Gruppe Chosen Few brachte es knackiger auf den Punkt: „Fickt euch und euern Kodex.“ Zitat Ende. So kann man aus einer Minderheitenmeinung keine Mehrheitenmeinung machen. Die Mehrheit steht hinter dem Kodex, der heute in Hamburg von Kapitän Heiko Westermann verlesen worden ist.

Obwohl nach dem zweiten Umbruch in Folge so allmählich mal die Spieler aussortiert worden sein sollten, denen man keine Leistungsbereitschaft, keinen 100 prozentigen Einsatz für den HSV und zu hohes Einkommen vorwerfen konnte, waren für den HSV heute denn noch wieder solche Exemplare auf dem Rasen.

Der eine kaschiert seine Lustlosigkeit durch viele Kilometer auf dem Feld, der andere zum Beispiel durch bewusstes Wegdrehen vom einwerfenden Mitspieler. Um Gottes Willen bloß keinen Ball annehmen und sauber weiterspielen. Und wenn man schon nicht verhindern konnte, dass man den Ball zugespielt bekommt, dann aber ganz schnell weg mit dem Spielgerät. Am besten hat ihn eh der Gegner, dann kann der die Fehler machen. Taten die Nürnberger aber nicht so häufig wie die HSVer.

Lieber Herr Arnesen, Lieber Herr Fink bitte schauen sie genau auf die Videoanalyse, meiner Meinung nach gibt es dort nicht eine Szene an der etwas rundherum Positives für den HSV zu sehen ist. Gehen sie mit der Mannschaft hart und gründlich ins Gericht. Reden Sie Tacheles mit der Mannschaft. Es gibt mehr Spieler in ihr die offensichtlich eine Ansprache im Klartext brauchen.

Leider kann ich es nicht anders formulieren, heute hat die Mannschaft in einem schlechten Spiel zweier schlechter Mannschaften von denen Nürnberg die eindeutig bessere war, gespielt wie ein sicherer Absteiger. Meine Geduld und Nachsicht mit den sich verändernden Rahmenbedingungen beim HSV neigt sich dem Ende zu. Ich bin nicht gewillt von den Spielern und Verantwortlichen noch länger irgendwelche Ausreden zu akzeptieren (Stichworte: Qualität, Potential). Gibt es nicht ansatzweise. Ich bin nicht gewillt zu akzeptieren, das der ruhm – und glorreiche HSV von einem Vorstand geführt wird, der Mutters Haushaltsbuch in der Führung eines mehr als 100 Millionen € Unternehmens als Ultima Ratio darstellt und sparen als allein seligmachendes Rezept ausgibt. Wohin das führt hat schon die letzte Spielzeit gezeigt. In eine für den HSV als „NO GO AREA“ ausgewiesene Zone der Tabelle. Nahtlos wurde in den zwei Pflichtspielen der Saison an das Desasterjahr 2011/2012 angeschlossen.

Nur zwei Beispiele von vielen: Dennis Diekmeier und Dennis Aogo: Jeder von ihnen bestritt in über neunzig Minuten ganze 6 Zweikämpfe von denen jeder nur drei gewann. Auch wenn Dennis Aogo der Standardschütze vom Dienst ist, so sollte das nicht dazu führen, zu übersehen dass seine Leistungskurve seit der Vertragsverlängerung im Januar 2010 nur eine Richtung kennt: nach unten. Er braucht eine Denkpause! Leider gibt es wohl niemanden im Kader oder der U 23 der ihm diese dringend benötigte Auszeit ermöglichen könnte. So müssen wir weiter mit ansehen wie Aogo weiterhin auf seiner Seite Begleitschutz für die gegnerischen Spieler auf der rechten Außenbahn läuft und sich strikt weigert Flanken zu unterbinden.

Noch ein paar kleine Zahlenspiele: So hat Nürnberg bei 47 % Ballbesitz 7 Schüsse mehr auf das HSV – Tor abgegeben als der HSV mit 53 % Ballbesitz. Nürnberg war nicht ein Mal im Abseits, der HSV 3 Mal.

Folgt man Steffen Simon so mangelt es an körperlicher Fitness um 90 Minuten Fußball spielen zu können. Ich füge hinzu, dass es viel zu viele Spieler im Kader des HSV gibt die im Spiel einen Pass über zwei Meter nicht zum eigenen Mitspieler bringen können. Oder wollen diese Personen es am Ende gar nicht? Schon jetzt glauben einige Ausreden für ihre schwache Darbietung zuhaben: Sie glauben ganz einfach, dass sie nicht mehr gebraucht werden wenn denn tatsächlich noch Verstärkungen bis zum 31.08.2012 kommen sollten. Ganz Recht. Spieler mit einer solchen Einstellung braucht der HSV auch dann nicht, wenn keine Verstärkungen mehr kommen sollten.

Diese brauchen wir allerdings äußerst dringend! Speziell im Mittelfeld – in dem ankommende Pässe eine echte Rarität waren – bräuchten wir acht neue Akteure, mindestens zwei neue Außenverteidiger und neue Stürmer sowieso. Heung Min Son muss einem ja wirklich schon leidtun. Er sollte über die rechte Seite des HSV angreifen und findet sich als Zehner, Neuneinhalber oder als hängende Spitze wieder. Eine Rolle die ihn – wie heute über siebzig Minuten zu sehen war überfordert.

Statistik:

HSV: Adler – Diekmeier, Bruma, Mancienne, Aogo – Westermann, Skjelbred (70. Beister) – Sala (58. Tesche), Jansen – Berg, Son (71. Rudnevs). – Trainer: Fink

Nürnberg: Raphael Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Balitsch, Simons – Frantz (76. Gebhart), Kiyotake, Esswein (90. Mak) – Polter (64. Pekhart). – Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Tor: 0:1 Balitsch (68.)

Zuschauer: 50.123

Gelbe Karten:

HSV: Westermann, Beister, Jansen, Tesche

FC Nürnberg: Pinola, Balitsch

Torschüsse: 10:17

Ecken: 9:5

Ballbesitz: 53:47 Prozent

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