Kategorie-Archiv: Sportchef

Mängelliste

–        Torwart

  • Adler – um mit dem Positiven zu beginnen macht alles was in seinen Kräften steht und mehr, hat mit seiner Ansprache an Mancienne deutlich Führungsqualität nachgewiesen, er gehört zu recht dem Mannschaftsrat an (als einziger), sollte spätestens zur nächsten Saison neuer Kapitän werden

–        Unsortierte Abwehrspieler

  • Diekmeier der ständig seine Defensivaufgaben vernachlässigt, oder falsch einrückt bzw. andere seine Aufgaben verrichten lässt, offensiv angespielt häufig gar nicht erst zu einem Flankenlauf antritt sondern gleich den Ball mit einem Rückpass weiterleitet
  • Mancienne wirkte in einigen Szenen geradezu verträumt, glaube kaum, dass Adler ihn wachrütteln konnte, aber besser als Bruma oder Rajkovic
  • Westermann mit deutlich mehr Fehlpässen als sonst, aber engagiert, allerdings von einem Führungsspieler erwarte ich auch verbale Präsenz auf dem Platz und nicht nur daneben. Hat Adler heute sehr gut vorgemacht, ist für alle anderen sogenannten Führungsspieler zur Nachahmung dringend empfohlen
  • Jansen gehört heute in diese Auflistung nicht hinein.

–        Mittelfeld

  • Arslan hat in der Hinrunde bewiesen, dass er es auf der „6“ kann, heute nicht in der Verfassung der Hinrunde, ab und an sein Können aufblitzen zu lassen ist zu wenig, aber mit Einsatzwillen dabei
  • Aogo läuft viel, zwar nicht immer dahin wo der Ball hingespielt wird, daher scheint der nötige Wille wohl vorhanden, aber längst noch nicht der richtige Weg
  • Skjelbred war für mich heute der beste Hamburger Feldspieler, für mich unverständlich weshalb Fink ihn immer wieder auswechselt, dafür kann der Spieler nichts, er war heute ein Vorbild an Einsatz – und Laufbereitschaft, er setzte sich durch wann immer es möglich war und zeigte Leidenschaft während der gesamten Einsatzzeit
  • Van der Vaart zeigte heute etwas mehr Engagement als in München, ein Mann mit seiner internationalen Erfahrung der erkennbar nicht mit seinen jüngeren und weniger erfahrenen Mitspielern auf dem Platz nicht spricht ist kein Führungsspieler und von der gezeigten Leistung her ein Mitläufer, gehört ab sofort nicht mehr in den Mannschaftsrat

–        Sturm

  • Rudnevs ist nur noch ein Schatten seiner selbst, geblieben ist sein unermüdlicher Einsatz
  • Sons Rückfälle in die Spielweise eines Jugendspielers sollten von der Anzahl her weniger werden und sich auf einzelne Situationen beschränken, es wird Zeit dass er erwachsen wird auf dem Feld und daneben,

–        Einwechselspieler haben gegenwärtig nur das Pech eingewechselt zu werden.

–        Trainer

  • Tacheles hat er mit der Mannschaft gesprochen, so so, sarkastisch formuliert wird sie gefragt haben ob Wattebäuschchen werfen darf. Über das Thema Auswechslungen kann man trefflich streiten, kann man. Bei Fink indes nicht mehr, Kacar (ohne Spielpraxis) für den guten Skjelbred: einfach nur falsch, warum nicht Kacar für Aogo, der wirklich ausgewechselt werden müssen, zur 2. Halbzeit. Auch bleibt unverständlich weshalb ein Mann wie Jiracek keine Einsatzzeiten erhält Aogo und Badelj dafür mit Einsätzen gequält werden. Wenn ich Spiel für Spiel sehe woran es massiv hapert verstehe ich nicht weshalb in einer Woche zwischen zwei Spielen ohne sonstige Verpflichtungen wie z. B. Freundschaftspiele die Mannschaft angesichts ihrer vielen unübersehbaren Defizite mit ganzen 5 Stunden und 55 Minuten Training auskommen soll. Eine Verdoppelung auf 12 Stunden ist für diese Mannschaft, für diese Fußballspieler keine Strafe sondern nichts weiter als pure Notwendigkeit. Pass – und Laufwege stimmen nicht, offensives wie defensives Tackling wird nicht gut genug für die Bundesliga beherrscht, Passsicherheit ist ein Fremdwort ebenso wie richtiges Verschieben, Das Timing bei Pässen und Flanken ist oft unterirdisch, daher aber bei leibe nicht nur deshalb viele unnötige Ballverluste. Immer wieder Konzentrationsschwierigkeiten – die Spieler haben bestimmt nicht alle ADS oder ADHS und dennoch wirkt es so. Es gibt sehr, sehr viel zu tun um die Mannschaft spielerisch, technisch und taktisch voran zu bringen – was bitter notwendig ist – und gleichzeitig würde es jeden einzelnen Spieler besser machen. Wer dabei nicht mitzieht schaut sich die Spiele besser von der Tribüne aus an.

–        Sportdirektor

  • Arnesen hat zwar (bedingt) Recht wenn er sagt, dass es nichts nutzt auf die Mannschaft „einzuschlagen“, aber es macht auch keinen Sinn ihnen nicht mit aller Deutlichkeit und Klarheit und auch in negativen Formulierungen (so negativ wie sie gegenwärtig spielen) zu sagen wo Bartel den Most holt. Er sollte es wie auch alle anderen Verantwortlichen nicht öffentlich machen, dafür aber hinter verschlossenen Türen. Nach der heutigen Vorstellung glaube ich nicht daran, dass das auch nur annähernd ausreichend geschehen ist. Hat mal jemand von der sportlich verantwortlichen darauf geachtet wie die Spieler bei der Sache sind wenn die Videoanalysen gemacht werden oder hält Fink einen Vortrag ohne aktive Beteiligung der Spieler. Ich sehe jedenfalls seit Wochen keinerlei Veränderung, es werden stetig die gleichen Fehler gemacht und je nach Gegner mit oder weniger Gegentoren. Sich darauf zu berufen – wie bei den Spielen gegen Fürth und Augsburg – dass man bessere Ergebnisse nur deshalb nicht erzielen konnte weil man Pech im Abschluss gehabt hat ist eine Verkennung der Realität. Die Mannschaft spielt seit Wochen schlechten Fußball mit hohen Fehlerquoten, aber 5 Stunden und 55 Minuten Training in der Woche sollen ausreichen dieses zu verbessern. Wer´s glaubt wird wohl selig gesprochen werden müssen.

–        Es ist traurig und schmerzend mit ansehen zu müssen wie die Leistung der Mannschaft seit dem grandiosen 4 : 1 in Dortmund immer mehr bröckelt und nicht energisch genug gegengesteuert wird. Dies ist nicht nur die Aufgabe der Spieler sondern in erster Linie die Aufgabe der sportlich Verantwortlichen: Arnesen und Fink. Nein ich fordere nicht die Ablösung einer der beiden, auch nicht von beiden. Ich fordere, dass angesichts der Entwicklung in den letzten Wochen durch diese beiden durch klare Maßnahmen gegengesteuert wird, bisher ist dies nicht zu erkennen. Leider

Nur der HSV!

Dortmund und die HSV – Serie

Der HSV hält noch immer einen der beeindruckendsten Rekorde der Fußballbundesliga überhaupt. 36 Spiele saisonübergreifend zwischen dem 30. Januar 1982 bis 22. Januar 1983 unbesiegt geblieben zu sein. Sowohl in der Saison 1981/1982 als auch in der Saison 1982/1983 wurde bekanntlich der HSV Deutscher Meister. Nun schickt sich der amtierende Deutsche Meister an uns diesen Rekord streitig zu machen. Bisher sind die Dortmunder in 31 Spielen ebenfalls saisonübergreifend ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es am 18.09.2011 in Hannover mit 2 : 1. Seit dem 24.09. 2011 (1 : 2 in Mainz) sind sie nicht mehr bezwungen worden.

Zwei Tage bevor das Kalenderjahr komplett wird stehen die Borussen zum 32. Mal auf dem Feld um zu siegen. Ausgerechnet bei unserem HSV, dem Rekordhalter. Ob die Mannschaft wirklich mit dem Gedanken an den zu verteidigenden Rekord aufläuft ist nicht abschließend zu beantworten. Aus dem Wunsch heraus diesen Rekord behalten zu wollen ist es jedoch nur zu verständlich, dass wir Fans es uns so wünschen, dass der HSV gewinnt. Naja, und sowieso können wir die drei Punkte ja auch besser gebrauchen als die mit 7 Punkten gestarteten Westfalen.

Die Frage muss gestattet sein: Wie stellt man es nur an diesen BVB zu schlagen, wenn beim Herausforderer gleich einige Spieler ausfallen. In der Abwehr sind dies Aogo (krankheitsbedingt), Mancienne (Formtief), Scharner (Innenbandriss) und eventuell Bruma mit einer Kniereizung (entscheidet sich am Freitag). Das relativ neue defensive Mittelfeld wird durch die Rotsperre für Jiracek auseinandergerissen. Sehr wahrscheinlich wird Tolgay Arslan die Position übernehmen und versprach unter der Woche schon mal, dass er giftig sein werde. In der Zentrale wird Rafael van der Vaart spielen. Die rechte Außenbahn soll Ilicevic bearbeiten während auf links Marcell Jansen spielen soll und Son die einzige Spitze sein wird. Wiedermal wird Beister nicht in der Anfangsformation stehen. Was war es doch noch mal weshalb Fink und Arnesen ihn unbedingt wieder beim HSV haben wollten? Sollte sich Fink nicht für Ilicevic auf rechts entscheiden ist die Aufstellung von Jacopo Sala wahrscheinlich.

Jürgen Klopp hat mit Weidenfeller und Gündogan zwei Grippe geschwächte Spieler im Kader. Noch ist nicht darüber entschieden ob sie in der Startelf stehen werden. Für Weidenfeller ist Langerak die Alternative, für Gündogan könnte Sven Bender auflaufen. Wer auch immer im Dortmunder Team aufläuft eine entscheidende Schwächung brauchen wir nicht zu erwarten.

Dass die Dortmunder stark sind und über spielerische Klasse verfügen ist mittlerweile eine Binsenweisheit und dennoch sollten wir uns nicht einfach in unser Schicksal ergeben. Es gilt wenigstens läuferisch und kämpferisch dagegen zu halten. Wenn das von der gesamten Mannschaft umgesetzt wird hat sie einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung gemacht und die Grundvoraussetzung geschaffen vielleicht die Dortmunder in ihrem Siegeslauf durch die Bundesliga zu stoppen.

Aufstellungen:

Hamburger SV: Adler – Diekmeier, Bruma, Westermann, Lam – Badelj, Arslan – Ilicevic, van der Vaart, Jansen – Son

Reservebank: Drobny (Tor), Mancienne, Beister, Nörgaard, Sala, Skjelbred, Steinmann, Tesche, Berg, Rudnevs

Trainer: Fink

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Blaszczykowski, M. Götze, Reus – Lewandowski

Reservebank: Langerak (Tor), Felipe Santana, Kirch, Löwe, S. Bender, Bittencourt, Großkreutz, Leitner, Perisic, Schieber

Trainer: Klopp

Es fehlen:

Hamburger SV: Mickel (nicht berücksichtigt), Neuhaus (nicht berücksichtigt), Aogo (Erkrankung), Rajkovic (suspendiert), Scharner (Knieverletzung), Sowah (nicht berücksichtigt), Sternberg (nicht berücksichtigt), Ingreso (nicht berücksichtigt), Jiracek (Rotsperre), Kacar (Fußoperation), Rincon (Schienbeinentzündung)

Borussia Dortmund: Alomerovic (BVB II), Owomoyela (Rückstand), Amini (nicht berücksichtigt), Ducksch (Ermüdungsbruch im Fuß)

Spielinfos:

Anstoß: Sa. 22.09.2012 15:30, 4. Spieltag – 1. Bundesliga

Stadion: Imtech-Arena

Trainer, Mannschaft und System

Es ist gute zehn Monate her da präsentierte der HSV seinen neuen Wunschtrainer Thorsten Fink. Heraus gekauft aus einem laufenden und gültigen Vertrag. Dieser sollte die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler besser machen und für ein hohes Maß an Identifikation mit dem Verein.

Schon nach kurzer Zeit musste Thorsten Fink einsehen, dass er sein favorisiertes Spielsystem (4 – 2 – 3 – 1) mit dieser verunsicherten HSV – Mannschaft nicht umsetzen konnte. Er verstärkte die Defensive, reaktivierte für das defensive Mittelfeld Jarolim und schaffte letztendlich den Klassenerhalt. Immer wieder wechselten gute und starke Auftritte der Mannschaft mit leidenschaftslos abgespulten und lästig wirkenden Pflichtaufgaben ab. Dem entsprechend fielen die Ergebnisse aus.

Nach der Saison wollte die sportliche und die Vereinsführung die Saison generalsstabsmäßig analysieren und die entsprechenden Konsequenzen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen prüfen und umsetzen. Dabei kam heraus: „Erst muss verkauft werden, dann können wir investieren. Auf die Rolle die Mitgliederversammlungen und Satzungsänderungsanträge in diesem Zusammenhang gespielt haben will ich hier nicht eingehen. Dass sie Einfluss hatten steht für mich jedoch außer Frage.

Schon früh in der Planung stand fest, dass David Jarolim und Mladen Petric – um nur die prominentesten zu nennen – Hamburg verlassen mussten. Später gesellten sich dann noch Guerrero und Töre dazu. Damit war erst einmal ein wenig Spielraum da um neue Spieler zu verpflichten. Es kamen Adler, Rudnevs und der Rückkehrer Beister wurde mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet. Danach gerieten sowohl die Verkaufs – als auch die Einkaufsaktivitäten ins stocken. Der nächste Schritt war die Verpflichtung von Milan Badelj, der erst ab dem 29.08.2012 zur Verfügung stehen darf, da er noch das Rückspiel in der CL – Qualifikation für Dinamo Zagreb absolvieren muss. Wohl zu spät für einen Einsatz in Bremen.

Parallel dazu verkündete der geschäftsführende Vorstand, dass der HSV für die Philosophie stehe mit Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen den Weg an die Spitze antreten zu wollen. Um dieses zu unterstreichen wurde das Projekt „Campus“ aus der Taufe gehoben. Hier sollen ab dem 29.09. 2012 Mitglieder und Fans dem HSV zu einer Summe von 12,5 Millionen € verhelfen, die mit 6 bis / Prozent verzinst werden sollen. Im Prinzip eine gute Idee das Nachwuchszentrum von Norderstedt in den Volkspark zu verlegen. Im Prinzip auch eine gute Idee den Nachwuchs verstärkt in die Kaderplanung der Zukunft einzubeziehen. Jedoch hilft es den letztjährigen Tabellen 15. aktuell nicht.

Zwar gibt es mit Steinmann und Norgaard zwei 17 bzw. 18 jährige Talente die mit den Profis trainieren und mit Norgaard war einer von ihnen im Kader gegen den 1. FC Nürnberg, aber es fehlt dem Trainer der Mut diese jungen Spieler auch einzusetzen.

Wenn ich von den ersten beiden Pflichtspielen in dieser Saison als Grundlage ausgehe sehe ich keine positive Veränderung zur Vorsaison. Im Gegenteil. Nach 112 Tagen Sommerpause hat sich an der Einstellung vieler Spieler zu ihrem Beruf (Job) nichts zum Positiven verändert. Es wirkt geradezu so, als sei es eine lästige Angelegenheit dem gut bezahlten Job eines Fußballprofis nach zu gehen. Der, dass sei hier einmal kurz angemerkt, im Verhältnis zu anderen Berufen wie Krankenschwester, Arzt und vielen anderen keinerlei wirkliche Verantwortung mit sich bringt.

Nun kann man seiner Arbeit immer auf zweierlei Weise Nachkommen: So dass gerade reicht oder so, dass einem selbst Spaß macht: Ich frage mich, während ich diese Zeilen schreibe, wie es sich für einen Fußballprofi anfühlt wenn er nach lustlos absolvierter Arbeit nachhause geht. Einsatz, Engagement und Leidenschaft für seinen Beruf erwartet jeder Arbeitgeber. Fordert der HSV in Person von Fink, Arnesen und Jarchow oder auch Otto und Ertel dieses in ausreichendem Maß ein? Leider kann ich diese Frage nicht beantworten. Berücksichtige ich die in dieser Saison abgelieferten Leistungen einiger Spieler komme ich zu dem Ergebnis, dass dieses nicht der Fall sein kann. Es ist ohne Zweifel richtig, dass der Trainer für die Einstellung der Spieler verantwortlich ist. Allerdings hat kein Trainer der Welt bei einem Spieler eine realistische Chance, diese zu positiv zu verändern wenn er der Spieler es nicht will. Also eine Charakterfrage.

Unser Trainer Thorsten Fink möchte mit seiner Mannschaft – unserem HSV – sein System spielen. Dieses soll auch in allen Mannschaften des HSV gespielt werden, die dem profibereich zuarbeiten. Soweit, so gut. Aber ist das System für den bestehenden Profikader realistisch umsetzbar? Antwort: Nein. Siehe Resultate.

Trotz einer personell stark ausgelegten Defensive fallen regelmäßig mehr Gegentore als wir selbst schießen. Wie in der letzten Saison geht es auch in dieser munter damit weiter, dass sie besonders häufig nach Standardsituationen erzielt werden. Wenn ich es richtig gezählt habe vier von fünf in dieser Saison. Unser System, dass über die Dominanz kommen soll, zum Torerfolg führen soll und schließlich den Sieg zum Ziel hat, benötigen wir eine sichere Ballbehandlung von der Annahme bis zur Weiterverarbeitung. Sicheres Passspiel. Habe ich mindestens seit Monaten nicht mehr von unserem HSV gesehen. Gestern gegen den FCN war es eher zufällig wenn ein Zuspiel ankam. Da drängt sich nicht nur eine Frage auf. Die wichtigste scheint mir zu sein: Was hat Fink mit der Mannschaft trainiert?

Sollte es daran liegen, dass unsere Spieler technisch noch so unfertig sind? Zuspiele über zwei Meter waren gegen Nürnberg keine sichere Sache. Vielleicht ist der Kader von dem verlangten Spielsystem aber auch einfach nur überfordert und es muss ein einfacheres System gespielt werden. Eines, das alle kennen. Vielleicht ein 4 – 4 – 2 oder auch ein 4 – 3 – 3. Zwar spielt u. a. die deutsche Nationalmannschaft das „finksche System“  Trainer Thorsten Fink muss sich hinterfragen ob das 4 – 2 – 3 – 1 das System ist, dass er von seinem Kader spielen lassen kann. Ist der vorhandene Kader dazu befähigt es umzusetzen? Meiner Meinung nach ist er es nicht. Personelle Veränderungen können da vielleicht noch etwas bewegen. Mit dem vorhandenen Personal und den schnellen Leuten im Kader sollte der Schwerpunkt des Spiels nicht auf Dominanz, Kontrolle und Ballbesitz ausgerichtet sein, sondern auf das Erfolgsmodell der Vereine die in der vergangenen Saison in Hamburg gewonnen haben. Die wesentlichen Bausteine waren eine sichere Defensive und bei eigenem Ballbesitz (blitz-) schnelles Umschalten auf Offensive mit einem schnellen Abschluss. Eine simple Kontertaktik. Für den Gegner schwerer zu bespielen als ein Team, dass Dominanz ausüben will, statt Tore zu schießen.

Die gestrige Startelf mit Adler, Diekmeier, Bruma, Mancienne, Aogo, Westermann, Skjelbred, Sala, Son, Jansen, Berg hat mich schon sehr gewundert, aber es gibt wohl kaum etwas zwischen Erde und Himmel was nicht noch überraschender gestaltet werden kann. Da wird für den sicherlich nicht guten Sala in der 58. Minute von Fink der theoretisch ausgemusterte Tesche eingewechselt. Das passt von der Position her nicht und die Aufgabe wurde auch in der folgenden guten halben Stunde Einsatzzeit nicht deutlich. War es der Versuch den Verantwortlichen zu zeigen, dass es mit diesem Kader für die Bundesliga nicht reicht? Die Pfiffe die nach der Einwechslung durchs Rund gingen galten nach meiner Wahrnehmung jedenfalls nicht Tesche, sondern Fink. Vielleicht lag es daran, dass viele Beobachter des Spiels ein offensives Signal von der Trainerbank an die Mannschaft erwartet hatten. Also Beister oder Rudnevs z. B. für den von Beginn an völlig überforderten Son. Aber Son musste erst nach der Nürnberger Führung gehen, ebenso wie Skjelbred. Dafür kamen dann Beister und Rudnevs. Und dieser Rudnevs hatte in zwanzig zwei gute Szenen in denen er mit etwas mehr Glück hätte einnetzen können. Sicherlich benötigen beide Spieler genauso wie Son noch viel Spielerfahrung und müssen stetig dazu lernen, aber wenn sie nicht spielen (Rudnevs, Beister) können sie sie nicht gewinnen. Ich gebe zu, dass ich gegen den Club eine offensivere Aufstellung erwartet habe. Eine in der Rudnevs und Beister von Anfang an spielen.

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