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Was wirklich wichtig ist

Am vergangenen Montag startete unser HSV in die Saisonvorbereitung für die Jubiläumsspielzeit. Fünfzig Jahre Bundesliga werden im Mai 2013 hinter uns liegen und schon oder sollte ich richtiger schreiben noch immer machen sich die gleichen, nein dieselben Probleme beim HSV bemerkbar. Deutlich sichtbar für alle die in dieser Woche beim Training im volkspark dabei waren.

Schon seit mindestens vier bis fünf Jahren bricht sich beim HSV eine „Sache“ Bahn, die auch mit verantwortlich für das Saisonergebnis 2011/2012 zu machen ist. Und ich meine nicht den seit dem Abgang von Rafael van der Vaart fehlendem Spielgestalter, sondern von der in weiten Teilen der Mannschaft fehlenden Bereitschaft sich leidenschaftlich seinem Beruf als Fußballprofi zu widmen.

Wie oft haben wir in der Vergangenheit Spieler gesehen, die abwinkten wenn der Ball nicht wenigstens zentimetergenau in den Fuß gespielt worden ist. Einige zeigten sogar Einsatz in dem sie versuchten mit einem Spreitzschritt den Ball noch zu erreichen. Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin der mal gelernt hat, dass z. B. ein Pass in die Tiefe, neufußballerisch ein vertikaler Pass, in den Lauf gespielt werden soll, wenn nicht sogar muss. Denn sonst verliert der Angespielte an Tempo und aus dem schnellen Angriff wird womöglich gar nichts mehr. Umso Fußball zu spielen bedarf es einiger Tugenden, die jeder Fußballer beherzigen muss. Zwingend umsetzen muss. Leitspruch 1: Fußball ist ein Laufspiel. Wer das nicht umsetzt wird grundsätzlich zweiter Sieger bleiben. Leitspruch 2: Ohne persönlichen Ehrgeiz sich im Wettbewerb mit Mannschaftskollegen (Training) und Gegnern durchsetzen zu wollen hat seine Zweikämpfe schon vorher verloren.

Schon der 16 jährige Wimbledon – Gewinner Boris Becker hatte seiner in einem Interview gesagt: „Ich wollte den Sieg mental mehr als mein Gegner.“ Leitsatz 3: Fußball ist nicht nur ein Mannschaftspiel, sondern es kommt auch auf den persönlichen Siegeswillen an. Davon war bei den Trainingseinheiten am Montagnachmittag und Donnerstagvormittag bei einem Großteil der Spieler wenig zu sehen, zu spüren oder wahr zu nehmen. Das indiskutable Ergebnis von Rosenheim – ein frisch aufgestiegener Regionalligist – spricht trotz aller Widrigkeiten eine deutliche Sprache in diese Richtung. Selbst wenn die Spieler am Selben Tag angereist sind und am Vortag eine Impfung für Südkorea über sich ergehen lassen mussten, so reicht mir dies nicht als Begründung für einen miesen Kick. Wenn manch einer auch sagen mag, was soll es, es war nur das erste Testspiel und es werden noch viele weitere folgen. Da kommt es nicht darauf an. Doch, genau darauf kommt es an. Auch diese Testspiele zeigen mit welcher Einstellung jemand an seine Arbeit geht.

Die Frage nach der Einstellung zur Arbeit, zum Verein und zur Leistungsbereitschaft, zur eigenen Motivation müssen die Spieler eindeutig in jeder Trainingseinheit, in jedem Testspiel und erstrecht in den Spielen im DFB – Pokal und der Bundesliga beantworten. Ebenso selbstverständlich ist es die Aufgabe des gesamten Trainerstabes, des Sportdirektors und der Masseure und Physiotherapeuten sowie der Mentalcoaches daraufhin zu wirken, dass die Spieler ihre bestmögliche Leistung abrufen. Was nützt „großes Potential“ wenn nicht einmal die Bereitschaft besteht es auch abzurufen.

In der vergangenen Saison und nicht nur in der haben wir es immer wieder erleben müssen, dass es in entscheidenden Spielen nicht gereicht hat. Wir immer wieder um bessere Resultate und Verein, Mannschaft und wir Fans keine Titel in Händen halten konnten. Jedem fällt dazu sicherlich mehr als nur ein Ereignis dazu ein. Obwohl der HSV vor der letzten Saison eine tiefe Zäsur im Kader durchgeführt hat und das Abschneiden in der vergangenen Saison dauerhaft beängstigend an der Abstiegsgrenze verlief scheinen einige Spieler nicht begriffen zu haben wofür unter anderem sie mitverantwortlich durch ihr Auftreten und ihre Spielweise waren. Und es geht schon wieder los. Thorsten Fink und alle anderen Verantwortlichen und Mitarbeiter sind aufgerufen, die immer noch faulen Früchte in der noch knapp zweimonatigen Wechselfrist auszusortieren. Andererseits ist insbesondere die sportliche Leitung jetzt (!) dazu aufgerufen diejenigen Spieler zu schützen, zu stärken und zu fördern die ganz offensichtlich gewillt sind ihr Bestes abzuliefern.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Was hat die diese erste Trainingswoche sonst noch gebracht?

Zunächst mal neue und alte Gerüchte über Spieler die noch gehen sollen. Die Liste beim HSV ja ziemlich lang. Drobny, Sowah, Chrisantus, Besic, Labus, Ingreso, Nagy, Sala, Skjelbred, Töre, Tesche, Berg und Guerrero. Und wäre er nicht verletzt Kacar. Dazu kommen die Spieler, die schon verabschiedet worden sind: Stepanek (Ziel unbekannt), Jarolim (voraussichtlich Ligue 1), Petric (FC Fulham) Tavares (Ziel unbekannt), Castelen (z. Zt. Probetraining in Salzburg), H. Behrens (Darmstadt 98), Brügmann und Bertram (VfL Bochum).

Schauen wir uns die Spieler mal und vor allem die Gründe, die dazu führen bzw. führten, dass sie den HSV verlassen bzw. verlassen haben oder mussten. Bei Jaroslav Drobny hat sich die Ausgangslage grundlegend geändert. Er ist wie in seinem ersten Jahr beim HSV nur noch die Nr. 2. Schon vor der Saison hat sich Thorsten auf Rene Adler als neue Nr. 1 (trotz Rückennummer. 15) festgelegt. Hatte Drobny vor seiner ersten HSV – Saison noch den Zweikampf mit Frank Rost knapp verloren, so gibt es jetzt nicht mal einen Zweikampf mit Adler in den sicherlich auch Tom Mickel eingreifen könnte. Drobny ist nahegelegt worden sich einen neuen Verein zu suchen, vor allem wohl auch deshalb weil er 1,7 Millionen € Jahresgehalt kostet. Das möchte verständlicher Weise Drobny weiterhin verdienen.

Das liebe Geld ist für den HSV auch bei einem eventuellen Verkauf Paolo Guerreros der ausschlaggebende Faktor. Sportlich heißt es, Paolo sei der beste Fußballer des HSV aber 4 bis 4,5 Millionen € Jahresgage inklusive einer jährlichen Signing Fee von einer Million € ist für die klammen Vereinskassen eine erhebliche Belastung. Anfragen soll es aus Valencia, Neapel und Kasan geben. Die Russen scheinen die finanzstärksten Interessenten zu sein.

Auf Grund ihrer sportlichen Leistung der abgeschlossenen Saison dürfen sich Tesche, Berg und Skjelbred den Verein verlassen, aber sie wollen – stand heute – bleiben. Wir dürfen gespannt sein ob es der sportlichen Leitung Frank Arnesen gelingt nicht nur diesen dreien neue Herausforderungen attraktiv zu machen.

Geht es bei Töre weiter wie in der ersten Hälfte der letzten Spielzeit ist er sicherlich ein Spieler, der nicht aus sportlichen Gründen gehen müsste. Allerdings kam er nach seiner schweren Verletzung im Wintertrainingslager nicht wieder an sein erreichtes Niveau heran. Zudem will er seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch er ein Wechselkandidat. Ebenso Sala der als schwer integrierbar gilt.

Die Talente Sowah, Chrisantus, Besic, Ingreso und Nagy konnten sich bisher  für die Profimannschaft nicht ausreichend in Szene setzen. Chrisantus war mindestens zwei Spielzeiten ausgeliehen und schaffte es in der zweiten Liga nicht zum Stammspieler. Zur Zeit trainiert er zwar mit den Profis, zeigt aber deutliche Schwächen im Training. Trotz selten aufblitzender Qualität ein sicherer Kandidat für einen Wechsel. Dies mal wohl kein Leihgeschäft mehr. Lennard Sowah hat sich beim HSV nicht Mal in der zweiten Mannschaft durchgesetzt und soll abgegeben werden. Besic hatte es sich schon vor rund einem halben Jahr auf Grund verschiedener Eskapaden bei Cardoso und Fink verdorben. Sein Probetraining bei Dynamo Dresden führte auch nicht zum gewünschten Erfolg. Sicher ist, dass gehen darf und soll. Ingreso und Nagy wie vielleicht auch Zhi Gin Lam sind Kandidaten für eine Ausleihe um Spielpraxis zu sammeln.

Erfreuliches hatte diese erste Trainingswoche auch zu bieten. Mit Rene Adler steht endlich wieder ein Torwart im HSV – Tor der seine Vorderleute mit klarer Sprache anweist, wie und was sie zu spielen haben. Selbst im Trainingspiel spricht er fast ununterbrochen mit ihnen. Das hat Klasse und noch mehr Klasse hat, dass ihm seine Verteidiger folgen und umsetzen was er von ihnen verlangt. Das hat Spaß gemacht und ich freue mich auf die kommenden Spiele mit ihm – trotz der guten Leistungen von Drobny im Abstiegskampf.

Negativ formuliert muss man wohl folgendes über den künftigen HSV – Angriff aussagen: Die Statik des HSV – Angriffsspiels der letzten Saison wird zusammenbrechen, einstürzen und so nicht mehr vorkommen. Mit Maximilian „Maxi“ Beister und Artjons „Rudi“ Rudnevs sind flinke, schnelle und äußerst bewegliche Offensivspieler zum HSV gekommen die beide vor Leistungswillen nur so sprühen. Rudnevs als Stürmer immer an der Grenze zur Abseitslinie agierend und ein richtig schneller Beister der sowohl links wie rechts und auch zentral offensiv spielen kann sind ein echtes Plus an Tempo, körperlicher Beweglichkeit und geistiger Handlungsfähigkeit. Wir dürfen alle miteinander gespannt sein wie die beiden miteinander harmonieren werden. Dabei darf ein dritter Mann keineswegs vergessen werden: Tolgay Arslan. Er kann und er füttert die beiden in den Trainingsspielen mit gut verwertbaren Bällen.

Abschließend noch ein paar kurze Worte zum Thema Neuverpflichtungen. Und da geht es zunächst um das liebe Geld. Arnesen hat in der Öffentlichkeit immer wieder betont, dass er zunächst verkaufen muss um Spielraum für neue Spieler zu bekommen. Lange sah es so aus als ob es keine Möglichkeiten für Veränderungen (wie oben geschrieben) geben würde. Inzwischen bestätigt Arnesen, dass es für einige Spieler zusätzlich zu Paolo Guerrero gibt. Gleichzeitig scheint sich der HSV auf vier Kandidaten für das Mittelfeld festgelegt zu haben. Angeblich zwei Sechser und zwei Zehner. Spätestens an dieser Stelle wird es richtig teuer und ein oder mehrere Investor/en  kommen ins Spiel. Kühne scheint bereit zu sein wieder in seine Schatulle greifen zu wollen. Aber dieses Mal nicht er alleine sondern nur in einer Gruppe gleichgesinnter und finanzstarker Unterstützer. Angeblich sind weit und breit keine weiteren Anleger auffindbar. Schafft es der HSV Vorstand dann Herrn Kühne davon zu überzeugen, sich auch allein für den HSV finanziell zu engagieren und das obwohl er keinerlei Lust darauf verspürt wieder Zielscheibe öffentlicher Angriffe ob seines Engagements zu werden. Wie auch immer, angeblich hat der HSV Vorstand schon eine Liste mit Spielernamen mit Herrn Kühne abgesprochen.

Zwei Spieler die darauf enthalten sein sollen sind Rasmus Elm und Rafael van der Vaart. Rasmus Elm gehört zu jener schwedischen U 21 Nationalmannschaft in der auch Berg und Toivonen bei der Heim EM der U 21 Nationalmannschaften mitgewirkt haben. Elm und Berg haben – so habe ich die EM – Spiele in Erinnerung – gut zusammengespielt. Bei der EM 2012 habe ich Elm gut gesehen und wäre aus meiner Sicht sicherlich eine Verstärkung für das Mittelfeld.

Nun zu van der Vaart. Ich muss es gestehen, ich habe bin völlig uneins was diesen Spieler angeht und das ist nicht etwa seine Trikotgeschichte von anno Tobak. Die mit dem heutigen handeln nichts zu tun und außerdem hat er sich in der darauffolgenden Saison für den HSV so eingesetzt wie es viele aktuelle HSV Spieler bisher noch nicht ansatzweise getan haben. Insofern ist die alte Geschichte kein Thema für mich.

Zugeben muss und will ich gerne, dass van der Vaart gerne im HSV Trikot habe spielen sehen und sehe ich sehe ihn auch heute noch gerne spielen. Das liegt zum Einen daran, dass er in meinen Augen einen Schuss Genialität besitzt und diesen auch immer wieder zeigt und so manchen Gegner düpiert. Seine Freistöße gehören zu den besseren in der Fußballwelt und sein Spielverständnis, seine Übersicht und seine Ideen auf dem Feld empfinde ich als große Bereicherung sollte ein Wechsel zum HSV über die Bühne gehen. Auch seine kämpferischen Qualitäten sind gegeben. Diese sind leider auch der Übergang zu den Qualitäten die er leider nicht in dem Maß besitzt wie sie heute von einem Spieler internationalen Zuschnitts gefordert werden. Van der ist zwar bissig im Zweikampf aber läuft seinem Widerpart im Mittelfeld nun mal nicht hinterher und ihm fehlt zu dem die läuferische Dynamik und Spritzigkeit für die heutige so wichtigen Sprints für Balleroberung und Ballbehauptung. Je nach dem wie Trainer Fink seine Mannschaft spielen lassen will ist läuferische Leistungsfähigkeit sehr wichtig bis unerlässlich. Die Frage die sich mir stellt ist ebenso simpel wie entscheidend. Passt van der Vaarts Spielweise zum HSV unter Arnesen und Fink oder eben nicht. Das können und müssen Arnesen und Fink beantworten. Ich würde mich freuen ihn wieder häufiger spielen zu sehen und habe dennoch Befürchtungen, dass er das zukünftige HSV – Spiel für die Gegner berechenbar macht weil auf ihn zugeschnitten und gleichzeitig verlangsamt.

Wir dürfen alle sehr gespannt sein wie sich der HSV zu seiner doppelten Jubiläumssaison präsentiert.

Stunden vor der Europameisterschaft

In wenigen Stunden wird die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine mit einer feierlichen Eröffnung in Warschau endlich beginnen. Das erste Spiel dieser Europameisterschaft bestreiten anschließend Polen und Griechenland. Doch zuvor noch ein paar Informationen zum HSV.

Anfang der zu Ende gehenden Woche wurde Alexander Otto bis zu den Aufsichtsratsneuwahlen im Januar 2013 einstimmig zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Zu seinen beiden Stellvertretern als 1. Manfred Ertel und als 2. Stellvertreter Eckart Westphalen gewählt. Ziel des neuen Vorsitzenden ist es mehr Geschlossenheit und einvernehmliches Handeln des AR nach außen zu zeigen. Otto. „Der Aufsichtsrat ist nicht so zerstritten wie es zuletzt den Anschein hatte.“ Otto werden als einzigem AR – Mitglied die notwendigen Fähigkeiten zu geschrieben integrativ und verbindend auf die unterschiedlichen Fraktionen innerhalb des AR einwirken zu können.

Otto wird sich im Herbst entscheiden ob er noch mal für den Aufsichtsrat kandidiert. Der vielbeschäftigte Unternehmer muss sein Unternehmen, diverse Aufsichtsratsposten und die Tätigkeit als Aufsichtsratschef des HSV mit seiner Familie unter einen Hut bringen. Ertel und Westphalen werden Otto vor allem bei vereinsinternen Verpflichtungen entlasten.

Nach den verschiedenen Interviews von Fink und Arnesen ist es klar und eindeutig, dass zumindest in der sportlichen Leitung angekommen ist, wie bitter nötig der HSV einen Spielmacher, einen echten Zehner braucht. Zumindest einen Sechser mit der Qualität einen Spielaufbau leisten zu können. Arnesen wird während der EM zwischen Polen/Ukraine und Hamburg pendeln. Er wird für das dänische Fernsehen als Co – Kommentator tätig sein und gleichzeitig nach einem geeigneten Zehner Ausschau halten. Sollte sich ein solcher finden ist Fink auf dem Sprung um ihn sich ebenfalls anzuschauen.

Um genügend (?) Geld in die klammen Kassen für einen entsprechenden Transfer erlösen zu können will sich der HSV von acht Spielern trennen. Jarchow sagt dazu, dass kein Spieler unverkäuflich ist. Heiße und bevorzugt genannte Namen sind: Tesche, Skjelbred, Drobny, Rajkovic, Sala, Töre, Guerrero und Berg aus dem engeren Kader. Chrisantus und Sowah sollen ebenfalls gehen. Von den nicht zum Einsatz gekommenen Vertragsspielern und aus der 2. Mannschaft sind bereits Stepanek (Ziel unbekannt), Bertram, Brügmann (beide VfL Bochum), H. Behrens (Darmstadt 98) sowie Pressel (Holstein Kiel) beim HSV ausgeschieden. Bei den Profis sind bereits Jarolim, Tavares, Castelen und Petric verabschiedet worden. Die anstehende Aufgabe von Arnesen ist es möglichst guten Ertrag durch den Verkauf vieler Spieler zu erlösen. Insgesamt soll der Kader für die Saison nicht mehr als 24 Spieler inklusive drei Torhüter umfassen. Dazu sollen auch Matti Steinmann (17 J.- U 17) und Christian Norgaard (18 J. – U 23 und U 19) gehören, die an die Profimannschaft herangeführt werden sollen. In der Vorbereitung auf die kommende Saison werden beide mit den Profis trainieren. Vielleicht können sie sich ja schon aufdrängen.

Zwar ist bisher noch kein Vollzug gemeldet worden, aber nach allem was zu hören und zu lesen war sieht es bei den Vertragsverlängerungen von Jansen und Arslan gut aus.  Weniger gut ist hingegen die Entscheidung von Kuyt vom FC Liverpool zu Fenerbahce Istanbul zu wechseln. Gerüchte wie Hamit Altintop und de Guzman bestätigte Arnesen jüngst als Gerüchte. Ja-Cheol Koo um den sich der HSV auch in diesem „Sommer“ bemüht hat, verlängerte seinen Vertrag in Wolfsburg und bleibt ein weiteres Jahr in Augsburg. Felipe Santana hat seinen Vertrag in Dortmund verlängert. Auch noch nicht entschieden ist die Personalie Abraham. Der Spielerberater ist gegenwärtig damit beschäftigt, die von Getafe geforderte Ablösesumme auf deutlich unter 2,0 Millionen € zu drücken. Auch wäre der HSV bereit einen Spieler (Drobny, Rajkovic) an Getafe abzugeben. Laut Arnesen kann sich diese Angelegenheit noch bis zum Ende der Transferperiode hinziehen. Aufgegeben scheint man HSV diesen Transfer noch nicht zu haben.

Auch der Vorstand in Person von Carl Edgar Jarchow scheint fleißig zu arbeiten. Er arbeitet zusammen mit A. Otto daran mehr Finanzmittel in den Profikader stecken zu können. Ziel sei es künftig 40 Prozent des Umsatzes  für die Profis aufzuwenden. Dazu sind nicht unerhebliche Umschichtungen notwendig. Als erstes wird daran gearbeitet die Annuität für die verbliebenen rund 30 Millionen € deutlich zu verringern. So soll erreicht werden, dass die jährliche Zahlung um etwa 50 % reduziert werden soll. Das entspräche einer Summe von 4,5 Millionen €. Diese soll in den Folgejahren jährlich wachsen, bis eine jährliche Rate für das Stadion von 1 Million erreicht worden ist. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass die Laufzeit für den Stadionkredit über das Jahr 2020 hinausgestreckt werden soll. Ab der Saison 2015/2016 ist der HSV frei in seiner Vermarktung und will nur noch Projektgebunden mit Sportfive zusammenarbeiten. Hier steht noch die Rückzahlung eines Kredites von Sportfive mit etwa 5,5 Millionen auf der Agenda die im Zusammenhang mit den noch zu klärenden Projekten verhandelt werden sollen.

So und nun kann die EM 2012 endlich beginnen.

Grausame Spielzeit – Rückblick und Bilanz

Die Weichen für den schlechtesten Saisonstart aller Zeiten des HSV stellte unser Vorstand noch während der Saison 2010/2011 als er vorzeitig und ohne Not mit Michael Oenning den laufenden Vertrag verlängerte. Oenning hatte zum Zeitpunkt der Vertragsverlängerung gerade einen Bundesligasieg mit unserem HSV auf der Habenseite zu verbuchen als Jarchow Arnesen überredet hatte mit Oenning in die neue Saison zu starten. Arnesens Wunschtrainer war Solbakken, der noch beim FC Kopenhagen unter Vertrag stand und eine Ablösesumme zwischen 500.000 und 1.000.000 € gekostet hätte. Der Däne war von ihm überzeugt, leistete er beim FC Kopenhagen doch sehr erfolgreiche Arbeit. Wie wir im Nachhinein wissen kam dann alles ganz anders. Schließlich zahlte Köln die fällige Ablöse und Solbakken scheiterte an den schlechten Leistungen seiner Mannschaft und den „Kölner Verhältnissen“. Er war wie so viele neue beim HSV bundesligaunerfahren.

Dies traf auch auf unseren neuen Sportchef zu. Er kam vom FC Chelsea und brachte – nicht zuletzt weil der Verein über klamme Kassen klagte – fünf junge Chelsea Spieler aus dem Reserve – Team mit an die Elbe. Mit Bruma kam das größte hoffnungsvolle Innenverteidigertalent der Niederlande zu uns und weckte Hoffnungen auf eine stabilere Abwehr. Außerdem kam Micheal Mancienne. Ein Innenverteidiger der schon die U 21 EM in Schweden für Großbritannien bestritten hatte. Mit Rajkovic kam schließlich der dritte Innenverteidiger von der Insel und aus der Chelsea Reserve. Vom selben Club brachte Arnesen dann auch noch Jacopo Sala und Gökhan Töre, der in der Jugend für Bayer 04 gespielt hat vom Londoner Stadtteilclub mit. Nur ein Neuzugang kam nicht von der Insel: Per Ciljan Skjelbred kam von Rosenborg Trondheim. Diese samt und sonders bundesligaunerfahrenen Kicker sollten zusammen mit dem Restkader der vergangenen Saison erfolgreichen Fußball in der Bundesliga spielen.

Im Nachhinein sind wir ja bekanntlich alle klüger und manche von uns haben es ja schon immer gewusst, aber dass die folgende Spielzeit 2011/2012 solange Abstiegskampf bedeuten würde und erst am vorletzten Spieltag erfolgreich bestanden sein würde war zumindest für mich nicht vorhersehbar. Klar war mir, dass es eine Saison ohne Anspruch auf die obere Tabellenhälfte werden würde, auch schien es mir möglich, dass es eine gewisse Zeit gegen den Abstieg gehen könnte. Aber, so habe ich zu Beginn der Saison gehofft und geglaubt, dass die Saison 1972/1973 als Blaupause dienen könnte. Damals wurden ja Kaltz und Co ins kalte Bundesliga Wasser geworfen.

Es kam alles ganz anders und viel schlimmer.

Unser Trainer Michael Oenning durfte sich sechs lange Spiele mit dem neuen und deutlich verjüngten und unerfahreneren Kader ausprobieren bis der Vorstand die Notbremse zog und Oenning zu recht entließ. Die Bilanz nach diesen sechs Spielen liest sich noch immer mit Schrecken: Tabellenplatz 18, 6 : 17 Tore und einen einzigen Zähler. Von vielen wurde die Vertragsverlängerung mit Oenning schon vor Saisonbeginn kritisiert und in der Tat die Ergebnisse, die er in der abgelaufenen Bundesligasaison mit dem HSV erzielte waren wirklich kein gutes Argument. Wohl aber für den Vorstand, dass er relativ „preiswert“ war. Im Rückblick stimmt selbst dieses nicht mehr, aufgrund der Abfindung die an ihn und sein Team gezahlt werden musste.

Als Interimstrainer übernahmen Rodolfo Esteban Cardoso (2 Spiele) und Frank Arnesen (ein Spiel). Aus diesen drei Spielen resultierten die Punkte 2 bis 7. Zwei Auswärtssiege in Stuttgart und Freiburg sowie eine Heimniederlage gegen Schalke. Damit war der Anschluss an das untere Mittelfeld wieder hergestellt, aber wir waren immer noch das Schlusslicht. Zu dem dauerte die Trainersuche in dieser brenzligen Situation für viele sehr lange. Zu lange? Als dann noch „Retter“ Huub Stevens eine Absage vom HSV (Arnesen) mit der Begründung bekam, dass er einen Trainer suche, der mit ganzen Herzen zum HSV will und er dieses bei Stevens wegen seiner gleichzeitig stattfindenden Gespräche mit Schalke 04 nicht erkennen könne, regte sich erste Kritik am bundesligaunerfahrenen Sportchef. In diesem Zusammenhang wurde die Kritik auch auf die von ihm verpflichteten Spieler ausgeweitet. Arnesen hielt an seinem Plan fest und suchte nach dem Trainer mit der „Raute im Herzen“.

Es gelang Frank Arnesen mit Thorsten Fink einen ehemaligen Bayern – Profi als neuen Heilsbringer für den HSV zu verpflichten. Arnesen lobte seinen/unseren neuen Trainer als einen Typen mit dem Gewinnergen. Einen, der selbstbewusst seine Ziele erreicht. So stellte sich dann auch Fink dem Hamburger Publikum auf seinen ersten Pressekonferenzen vor: „Ich bin einer wie Jürgen Klopp!“ Dieses Zitat dürfte uns wohl noch in den Ohren klingen. Sein Nachteil, mit dem er die restliche Saison zu recht kommen musste, war der Umstand, dass er auf den Kader keinerlei Einfluss mehr nehmen konnte. Er musste also sein Spielsystem während der Saison dem vorhandenen Spielermaterial anpassen. Zwar war es sein erklärtes Ziel Dominanz von seiner Mannschaft auf dem Platz ausüben zu lassen, aber wie geht das mit der Mannschaft die am wenigstens läuft. Am Ende war vieler Spiele unter seiner Regie hatte der HSV tatsächlich mehr Ballbesitz. Nur wie kam dieser zu Stande. Querpässe, Rückpässe, zum Teil von der Mittellinie zum Torwart. Darauf stellt sich jeder Gegner ein und lauert auf Fehlpässe. Die Konsequenz waren entsprechend defensiv eingestellte Gegner, die ihre Tor gegen uns über Konter und vor allem durch Standardsituationen erzielten. Oft waren diese Standards notwendig gewordenen Fouls geschuldet um entweder Fehler im Aufbauspiel oder aus verlorenen bzw. nicht angenommenen Zweikämpfen resultierten.

Fink, der wie seine Vorgänger Jol, Labbadia, Veh und Oenning auf einen kreativen Mittelfeldstrategen verzichten musste, war nicht in der Lage ein erfolgversprechendes System für das vorhandene Personal zu finden. Auch er konnte mit dem gegebenen Spielermaterial diesen Missstand nicht kompensieren. Ein Rafael van der Vaart war in 74 Bundesligaspielen an 48 Toren beteiligt (29 Tore, 19 Assists) insgesamt absolvierte er 113 Spiele und war an 80 Tore beteiligt (48 Tore, 32 Assists). Das so ein Spieler dem HSV fehlt war nicht erst bei Fink zu merken, aber die Ratlosigkeit der Spieler auf dem Platz nahm meines Erachtens stetig zu. Der Ball wurde ideenlos hin und her gepasst, selten erfolgversprechend in die Offensive gespielt. Ein Manko, dass durch Rincon und in der Rückrunde durch Jarolim eher irgendwie denn spielerisch aufgefangen werden sollte. Das Vorhaben misslang. Rincon ist ein Zerstörer, dem leider keine spielgestalterischen Mittel zur Verfügung stehen und Jarolim spielt eher den Sicherheitspass, was in manchen Situationen und Spielen, speziell wenn man einen Vorsprung über die Zeit bringen will hilfreich ist. Nur wir waren selten genug in der abgelaufenen Saison in Führung gegangen. Nicht nur, aber auch durch die vielen Quer – und Rückpässe an denen sich außer Jaroslav Drobny und Sven Neuhaus alle eingesetzten Spieler beteiligten wurde unser Spiel eben noch langsamer, durchschaubarer und unansehnlicher, als in den Vorjahren.

Hatte ich vor der Saison gehofft, dass die „faulen Früchte“ gleich mit aussortiert worden waren, so entpuppte sich meine Hoffnung während der Saison als unbegründet und als Irrtum. Einigen wurden die Verträge nicht verlängert, andere wurden verkauft und die dritte Partie Spieler wollte ganz einfach nur noch weg. Gewünscht habe ich mir vor einem Jahr, dass der Schnitt noch größer ausfällt. Dann allerdings, muss ich heute wohl eingestehen, wäre ein Abstieg wohl kaum vermeidbar gewesen. So geht das umgestalten des Kaders in diesem Jahr in seine zweite und bestenfalls vorletzte Phase. Mit Petric, dem in dieser Spielzeit fast nichts gelang und Jarolim, der trotz aller ihm anzukreidenden Defizite der beste Feldspieler des HSV war gehen zwei Akteure die in den v ergangenen vier bzw. neun Jahren einiges für den HSV geleistet haben. Allerdings mit einer anderen Spielauffassung der vorherigen Trainer. Fink will ein schnelles und direktes Spiel nach vorne aus einer sicheren Defensive. Das schnelle Spiel von Thorsten Fink beginnt bereits beim Torhüter, der in der modernen Spielweise schon einen wesentlichen Part der Spieleröffnung darstellt. Kann er schnell auf freistehende oder besser sich freilaufende Mitspieler abwerfen oder abschlagen, so entwickelt sich ein völlig anderes Spiel als wir es in dieser Saison von unserem HSV gesehen haben. Der BVB hat uns zweimal gezeigt wie es geht. Leider viel zu viele andere Mitbewerber der Liga auch.

Neben dem viel zu langsamen und umständlichen Spielaufbau war das größte Problem der Mannschaft, dass sie es nicht fertigbrachte mal zwei Spiele nacheinander eine konstante Leistung abzurufen. Spielte die Mannschaft ein ordentliches Spiel so folgte mit absoluter Zuverlässigkeit eine miserable Darbietung. Folgte auf das 1 : 5 daheim gegen den BVB zwar ein Auswärtssieg bei Hertha BSC mit schwacher Leistung so ging man couragiert und bissig in die Partie gegen die Bayern. Es folgte ein unansehnlicher 1 : 0 Sieg in Köln. Nun hätte man ja der Meinung sein können, dass die sieben Punkte aus drei Spielen etwas Selbstbewusstsein für die HSV – Profis bedeuten würden. Es kam anders, es kam die extrem kalte Dusche im Nordderby gegen Bremen: 1 : 3. In Gladbach ein gut herausgespieltes 1 : 1, anschließend 0 : 4 gegen Stuttgart. Für mich stimmt da die Einstellung der Profis nicht ansatzweise. Sie ist auch nicht mit einem oder zwei Spielern zu erklären. In den vergangenen Jahren haben wir des Öfteren erlebt, dass einzelne Spiele mangels Einstellung verloren wurden. In der letzten Saison stimmte die Berufsauffassung bestenfalls in jedem zweiten bis dritten Spiel. Wie auch immer dieses Phänomen letztlich erklärt werden kann, ein solches Verhalten und Auftreten des Kaders kann sich keine Bundesligamannschaft leisten. Es grenzt nicht nur an Arbeitsverweigerung, es ist Arbeitsverweigerung. Ich hoffe, dass alle Beteiligten aus dieser Saison ihre Lehren ziehen bzw. gezogen haben. Wer nicht mitziehen will gehört ohne Ansehen der Person auf die Tribüne und dort aus verkauft. Ich bin überzeugt davon, dass die Spielzeit 2011/2012 einen besseren Verlauf für uns genommen hätte, hätte die Mannschaft die Bereitschaft zur Leistungserbringung in jedem Spiel gezeigt. Das wäre ihre Pflicht gewesen.

Nun zur Einzelkritik:

Jaroslav Drobny war zu Beginn der Serie nicht gerade eine Bank und etliche Fans wollten Tom Mickel im Tor sehen, aber Drobny arbeitete hart an sich und wurde schließlich ein sicherer Rückhalt für die Mannschaft und hat so manche Kastanie aus dem Feuer geholt. Dennoch: sein Manko ist die schnelle Spieleröffnung und der oft beim Gegner landende Abschlag. Arnesen kann sich ihn gut als Nr. 2 nach dem feststehenden Transfer von Rene Adler zum HSV vorstellen. Verdient hätte er sich ganz sicher, aber für einen tschechischen Nationaltorwart kann dies natürlich keine Perspektive sein. Schaut man auf die Finanzen des HSV, angeblich ja drei rostige Knöpfe, ist ein Reservetorwart mit einem vermuteten Jahressalär von 1,7 Millionen € wohl eine Kleinigkeit zu teuer. Dem Aufsichtsrat jedoch nicht, der hat es ohne Verkauf von Drobny genehmigt. Was lässt dass nun für einen Rückschluss auf die Finanzen zu?

Adler wird das HSV – Spiel sicherlich beschleunigen. Ich habe, da nur die Befürchtung, dass er die Bälle noch schneller zurückbekommt. Warten wir ab, dass betrifft die nächste, die fünfzigste Saison. Die Viererabwehrkette wurde in der ganzen Saison immer wieder verändert. Zum einen weil Verletzungen und Sperren (Rajkovic) dies erforderlich machten zum anderen weil desaströse Leistungen dies notwendig werden ließ. Alle Verteidiger haben ihre Fehler gemacht, einige haben sich damit aus der Mannschaft gespielt. Umso erfreulicher, dass es in der Rückrunde in der Innenverteidigung mit Heiko Westermann und (16 Einsätze) und Michael Mancienne (vom 26. bis einschließlich 33. Spieltag) wenigstens in der Innenverteidigung eine gewisse Konstanz herrschte. Aogo auf der linken defensiven Außenbahn brachte es auf 30 Einsätze während es Dennis Diekmeier auf 24 Einsätze kam. Beiden fehlt ein Back up, dass in der Lage ist den Beiden Druck zu machen. Für Diekmeier könnte dieser Konkurrent in der neuen Saison durchaus Jeffrey Bruma heißen. Dieser ist auf 20 Spiele gekommen und überzeugte Arnesen insbesondere auf der rechten Außenverteidigerposition. Das Bruma nicht wirklich überzeugen konnte lag an seinen zum Teil einfachen Fehlern und schlägt sich in der Nicht-Berücksichtigung für den EM – Kader der Niederlande aus. Wir haben den Vorteil, dass er nach langem Urlaub ausgeruht und unverletzt zum HSV zurückkehren wird. Theoretisch besteht noch die Möglichkeit, dass Chelsea von seinem Rückholrecht Gebrauch macht, allerdings erscheint dies eher unwahrscheinlich. Auch Slobodan Rajkovic kann von den Londonern zurückgekauft werden. Wohl ziemlich sicher nur Theorie.

Über die Saison gesehen waren Thomas Rincon und David Jarolim (Rückrunde) die konstanteste Doppelsechs unseres HSV. Tesche, Kacar und Skjelbred waren über die Saison keine wirklichen Alternativen. Alle drei blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Tesche versagte regelmäßig wenn er auf dem Platz stand und es ist ein offenes Geheimnis, dass er beim HSV keine Zukunft mehr hat. Gojko Kacar verletzte sich im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg schwer und steht somit wohl nicht zum Verkauf. Per Ciljan Skjelbred muss wohl als Irrtum Arnesens abgehakt und schnellst möglich wieder verkauft werden.

Noch zum Saisonbeginn als großer Hoffnungsträger mit einem Neuanfang von Arnesen gepriesen war Eljero Elia am 31.08. 2011 nach vier Einsätzen für 9 Millionen € an Juventus verkauft und wie es damals hieß mit Erfolgszuschlag. Juventus wurde Meister und Elia bei Juve mit vier Kurzeinsätzen ebenfalls missachtet. Nun will er die Serie A verlassen und einen Neubeginn in England oder Spanien starten. Na, dann . . . .  Wie viele Euro streicht der HSV denn für den Meistertitel Juves ein? Real Madrid zahlt auch 2012 wieder eine Prämie für den Titel an den HSV. Rafael macht´s möglich. Drücken wir den Spaniern die Daumen, dass es mit einer Titelverteidigung 2013 klappt, dann nämlich würde der HSV noch mal eine Million einstreichen. Ach, im Übrigen, solche Konditionen handelte der Vorsitzende Hoffmann 2008 aus.

Unsere Außenbahnen waren trotz des Abgangs von Elia noch immer bestens besetzt. Marcell Jansen, Ivo Ilicevic, Jacopo Sala, Gökhan Töre und Zhi Gin Lam sollten die Geschicke des HSV auf den beiden offensiven Außenbahnen zu gefährlichen Waffen des HSV werden lassen. Auf Jansen (5 Tore) und Töre (6 Assists) trifft dies wenn auch mit Abstrichen zu. Marcell absolvierte 29 Spiele in der Liga für den HSV. Ein Bestwert seit dem er bei uns ist. Der Senkrechtstarter der Hinrunde war aber Gökhan Töre. Der Junge wusste mit seinen Dribblings zu gefallen und auch zu überzeugen. Äußerst bedauerlich seine Trainingsverletzung in der Winterpause, nach der er nicht mehr richtig in Tritt kam. Manchmal zu verspielt, aber einer der wenigen der bereit war die Wege zu gehen, die kaum ein anderer als nötig empfand. Nach seiner Verletzung musste Sala ran. Und schon im dritten Spiel erzielte er ein für den HSV wichtiges Tor. Das 1 : 0 gegen Bayern München. Leider blieb es bei dem einen Treffer, aber er konnte mit seiner im Vergleich zu Töre besseren Defensivarbeit bei Trainer Fink punkten. Allerdings gilt auch er hinter vorgehaltener Hand als Streichkandidat für den Kader 2012/2013. Er soll, so „Matz ab“, als schwer integrierbar gelten. Ivo Ilicevic erwischte bei seiner ersten Einwechslung in Freiburg einen Traumeinstand beim HSV und erzielte im Breisgau den Siegtreffer. Das war es dann auch schon. Er spielte sich viel zu oft fest, wirkte phasenweise eigensinnig und war schließlich als Ergänzungsspieler noch gut bedient.

Zhi Gin Lam spielte nur zweimal in der abgelaufenen Saison, galt aber dennoch als zweite Entdeckung neben Töre. Insbesondere bei seinem Einstand unter Interimscoach Cardoso wusste er zu überzeugen. Der Lohn war der Aufstieg zu den Profis mit entsprechendem Vertrag. Hoffen wir, dass er seinen guten Start in der kommenden Saison bestätigen kann. Nach seiner schweren Verletzung aus einem Testspiel während der Saisonvorbereitung schaffte Tolgay Arslan erst in der Wintervorbereitung wieder den Sprung an die Mannschaft heran. Er erzielte in Mönchengladbach den hochverdienten Ausgleich. Aber, ich glaube, es war im darauf folgenden Spiel gegen Stuttgart vergab er beim Stand von 0 : 0 in der Anfangsphase eine 1000 %ige Chance zum 1 : 0. Danach tauchte er nicht nur in diesem Spiel ab. Er hat zweifelsohne das Potential ein guter Bundesligaspieler zu werden, dafür muss er noch kräftig an sich arbeiten. Wie Marcell Jansen hat auch er noch ein Jahr Vertrag. Beiden hat Arnesen gesagt: verlängern oder jetzt verkaufen. Von beiden kommen Signale, dass sie gewillt sind vorzeitig zu verlängern.

Das größte aller Sorgenkinder ist der Angriff. Keiner der vier nominellen Stürmer konnte ganzjährig überzeugen. Mladen Petric schaffte gerade einmal 7 Tore, von denen auch drei Elfmeter waren. Leider neigte Petric dazu sich im Verhältnis z. B. zu Heung Min Son wenig zu bewegen. Da er aber lange Zeit gesetzt war, dies gleichbedeutend mit Bewegungsarmut im Sturm. So war beständig zugestellt von den gegnerischen Verteidigern und keine wirkliche Hilfe beim Unterfangen Torgefährlichkeit auszustrahlen. Er war einer der effektivsten Stürmer des HSV in den letzten Jahren, jedoch konnte er dies in der abgelaufenen Spielzeit nicht mehr unter Beweis stellen. Folgerichtig wurde sein Vertrag nicht verlängert. Paulo Guerrero gilt als der vielleicht beste Fußballer in den Reihen des HSV. Ganz sicher ist er leider der unberechenbarste. Von ihm bleiben in dieser Saison ganze sechs Tore und ein höchst überflüssiges Frustfoul in Erinnerung. Arnesen sagt zwar, dass Guerrero nicht verkäuflich sei, aber bei einem entsprechenden Angebot sei man bereit über jeden Spieler zu reden. Markus Berg erst Verletzungspech dann die Fortsetzung dessen wie wir ihn schon kennen. Ein Torjäger mit einem Tor. Kein Wunder also, dass wir insgesamt nur 35 Tore erzielt haben. Nun will ich dieses miserable Ergebnis wahrlich nicht an einem einzigen Stürmer festmachen – alle haben zu wenig Tore erzielt – aber sein Fall ist symptomatisch. Natürlich haben die Stürmer über die Saison gesehen wenig Vorlagen erhalten, aber wenn der Ball schon nicht zu einem kommt, muss sich ihn eben holen. Dieses geschah viel zu selten. Heung Min Son ist wie in der Saison 2010/2011 wieder als Testspieltorschützenkönig in die Saison gestartet und es hatte fast den Anschein als könne er es diesmal in der Liga fortführen. Doch ihn ereilte bald ein sehr lang anhaltendes Formtief aus dem er erst gegen Ende der Saison heraus kam. Durch aus nichts seltenes bei einem so jungen Spieler. Son ist für mich der Spieler, der die entscheidenden Tore zum Klassenerhalt beisteuerte. Zu Hause gegen Hannover 96 stellte er mit seinem Tor zum 1 : 0 den Endstand her und sicherte so drei ganz wichtige Punkte im Endspurt und in Nürnberg sorgte mit seinem Tor für einen weiteren wichtigen Punkt. Endstand 1 : 1.

Was aus Berg und Guerrero wird ist derzeit noch völlig offen. Fest steht seit heute, dass Artjoms Rudnevs bei uns unterschrieben hat. Er gilt als laufstarker Stürmer. Seine ehemaligen Trainer sagen über ihn, dass er sich alles hart erarbeitet hat. Klingt für mich richtig gut.

Romeo Castelen spielte leider auch in dieser Saison keine Rolle und wurde beim letzten Heimspiel verabschiedet. Bei den Profis wurde er noch nicht einmal mehr verabschiedet: Mickael Tavares. Sein Vertrag läuft am 30.06.2012 aus. Ohne Verlängerung.

Bleiben noch die Amateure mit Lizenzspielervertrag. Muhamed Besic hat sich im Laufe der Saison durch wiederholte Undiszipliniertheiten selbst aus dem Kader herausgebracht. Er steht in Verbindung mit Dynamo Dresden. Miroslav Stepanek war in der Vergangenheit mehrmalig schwerverletzt und konnte noch nicht seine Qualitäten im Profikader nachweisen. Ob sein auslaufender Vertrag verlängert wird ist gegenwärtig offen. Janek Sternbergs Vertrag läuft noch ein Jahr. Zukunft offen. Das gleiche gilt für Kevin Ingreso und Daniel Nagy.

Auf eine bessere Jubiläumssaison 2012/2013!

125 Jahre HSV! 50 Jahre Bundesligazugehörigkeit!

Nur der HSV!

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