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Was macht denn. . . ?

Im Grunde sind Spielpausen im Ligabetrieb für den eingefleischten Fußballfan sterbenslangweilig. Im Fall des HSV gibt es inzwischen die Ansage des Sportdirektors Frank Arnesen, dass es in dieser Transferperiode keine Neuverpflichtung geben wird. Somit zumindest aktuell kein wirkliches Thema, es sei denn Frau/Mann stellt sich seine Wunschmannschaft auf. Selbstredend kann man natürlich auch Kritik und Lob zur Hinrunde diskutieren, ist im Angesicht von „vier“ Trainern auch nicht wirklich ergiebig. Auch kann man über den anvisierten siebten Platz nachdenken und darüber sinnieren ob dieser noch für die Europa League reichen könnte. Oder man fragt sich: Was ist aus unseren ehemaligen Spielern geworden? Wie ist es ihnen beim neuen Verein ergangen? Sind sie Stammspieler geworden? Nachfolgend einige Antworten dazu.

Publikumsliebling Frank Rost hat es in der Major League Soccer (MLS) bei New York Red Bulls auf Anhieb zum Stammkeeper gebracht und spielte in der abgelaufenen Saison unter anderem mit Thiery Henry zusammen. Leider war für ihn und seine Red Bulls im Viertelfinale gegen den späteren US – Champion im Viertelfinale das Ende gekommen. Ob Frank noch für eine weitere Saison in New York bleibt ist ungewiss.

Ein einstiges Sorgenkind des HSV war Jonathan Pitroipa. Pfeilschnell ist er nach wie vor, aber hat er inzwischen bei Stade Rennes das Tore schießen gelernt? Es fing ja in der Ligue 1 verheißungsvoll für den Burkinaben an. In den ersten vier Pflichtspielen (Europa League Qualifikation, Europa League und Ligue 1 erzielte er ja für ihn stolze vier Tore. Inzwischen sind es 30 Pflichtspiele für ihn geworden, was ihn als absoluten Stammspieler bei Stade Rennes ausweist, aber in den weiteren 24 Spielen erzielte er nur noch 2 magere Tore.

Von seinen Fähigkeiten her war Eljero Elia wohl der talentierteste HSV – Spieler seit vielen, sehr vielen Jahren. Gewiss er war und ist immer noch ein junger Profi, aber mir scheint ein wenig zu viel zu träumen. Zum Beispiel von Real Madrid und dem FC Barcelona. Er beschwerte sich ja auch schon mal wenn er seiner Meinung nach zu wenige spielte. Nun ja. Für den HSV absolvierte er bis zum 31.08.2011 noch 120 Minuten bei vier Einsätzen in der Bundesliga, in Turin, für die „alte Dame“ Juventus spielte er gerade mal 166 Minuten in vier Spielen. Wenn ich diese Daten lese tut es mir einerseits sehr weh, wenn ich daran denke wie er in seinen ersten fünf sechs Spielen für den HSV auftrumpfte. Er war schnell, trickreich, durchsetzungsfähig und torgefährlich. Leider scheiterten alle Versuche beim HSV ihn wieder an diese Leistungen heran zuführen. Zeitweise war ich auch der Meinung, dass es unter anderem an den Trainerwechseln gelegen hätte, dass er seine Leistung nicht abrufen konnte. Einige waren schon lange der Meinung, dass sein Berater ihn nicht auf dem Boden der Tatsachen zurück holt, sei eine Ursache für seine nicht befriedigenden Leistungen. Neuer Verein, neues Glück? Ganz und gar nicht. Auch in Turin kommt er nicht zum Zug. Noch weniger als zuvor beim HSV. Schade, es ist für mich einfach nur ein Jammer, dass er sein Talent, seine Fähigkeiten die für mich ohne Zweifel hat so vergeudet.

Joris Mathijsen hat sich in Malaga in der Stammformation festgespielt. Dort wird mit deutlich mehr Geld als beim HSV je zur Verfügung stand und steht, das Model „Erfahrung“ erneut praktiziert. Ziel ist ein internationaler Startplatz, der nach 17 Spieltagen realistisch erscheint. Gegenwärtig sind sie Tabellensechster.

Für Ruud van Nistelrooy läuft es hingegen gar nicht in Malaga. Jedenfalls nicht nach seinem Maßstab. In 14 Ligaspielen kam er über 715 Spielminuten nicht hinaus. In drei Pokalspielen erreichte er immerhin 222 Minuten. Insgesamt wurde er sechsmal ein- und siebenmal ausgewechselt. Er erzielte dabei 2 Tore und ein Assist.

Der Hamburger Jung, der Dribbelkünstler, der Unverstandene. Er hat viele Beinamen der Piotr Trochowski. Er sei nicht zielstrebig genug hieß es immer wieder. Er müsse mit seiner herausragenden Schusstechnik sowohl aus dem Spiel heraus als auch bei Standardsituationen für mehr Torgefahr sorgen. In Hamburg ist man lange sehr nachsichtig mit ihm in diesen Punkten gewesen. Bis zu zu dem Zeitpunkt an dem er selbst eine neue Herausforderung für sich gesucht und gefunden hat. Läuft es besser? Bisher stehen für ihn in der Premiera Division, der Copa del Rey und der Europa League 20 Einsätze zu Buche. Dabei ist er einmal ein- und elfmal ausgewechselt worden. Tore und Assists Fehlanzeige.

Es stehen noch einige Spieler wie die Hamburger Nachwuchsspieler Torun, Choupo Moting oder Ben Hatira aus, auch ein Rozehnal und ein Benjamin fehlen noch. Sie werden nachgereicht. Für heute mag sich jede/r seine eigene Meinung über erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Wechsel machen.

Die Hinrunde

Im Grunde begann die Hinrunde mit der Verpflichtung Frank Arnesens als neuem Sportchef bei unserem HSV. Bernd Hoffmann hatte diese Zusammenarbeit eingefädelt – eigentlich Aufgabe des Aufsichtsrates sich um Personalien des Vorstandes zu kümmern – die der selbige dann diesmal ohne voreilige Veröffentlichungen unter Dach und Fach brachte. Artig freute sich auch der neue Vorstand auf die Zusammenarbeit mit dem Neuen. Als Reputation brachte er die Entdeckung einiger späterer Weltstars wie Ronaldo oder Ruud van Nistelrooy mit. Auch hat er als Spieler der Vereine Fremad Amaga, Ajax Amsterdam, FC Valencia, RSC Anderlecht und PSV Eindhoven zwischen 1974 und 1988 einige Erfolge aufzuweisen. In dieser Zeit spielte er 52 Mal für die dänische Nationalmannschaft und schoss dabei 14 Tore. Darüber hinaus war er als Co-Trainer von 1991 – 1994 beim PSV Eindhoven tätig. In Kürze seine weiteren Stationen als Nachwuchskoordinator, Chefanalytiker, Sportdirektor und Manager. Bei Vereinen wie PSV Eindhoven, Tottenham Hotspurs und dem FC Chelsea. Eine Vita die gewiss eine Empfehlung für den HSV ist. 37 Jahre im Profifußball, die dazu führten ihn schon lange vor Amtsantritt zum Heilsbringer, zum Messias werden und erklären zu lassen.

In den Medien und den verschiedensten Foren bekam er die ersten Kratzer an seinem tadellosen Image als er der weiteren Zusammenarbeit mit Michael Oenning zustimmte und nicht seinen Kandidaten Stale Solbakken (jetzt 1. FC Köln) verpflichten konnte. Einerseits hieß es, dass er mit Oenning über die zukünftige HSV – Philosophie völlig übereinstimme und er in Oenning den richtigen Trainer für den HSV sehe und andererseits wurde kolportiert, dass die Verpflichtung an einer Ablösesumme und dem Jawort für den norwegischen Verband gescheitert sei. Oenning jedenfalls machte seit seinem 6 : 2 Einstandserfolg als Cheftrainer keine erfolgreiche Figur mehr und gewann bekanntlich weder in der letzten Rückrunde noch in den ihm verbleibenden Spielen der neuen Saison ein Spiel. Lediglich ein Punkt aus sechs Spielen stand bei seiner Demission zu buche.

Schon vor Beginn der Spielzeit 2011/2012 kamen die ersten negativen Kommentare über die Einkaufspolitik Frank Arnesens auf. Es wurde gemunkelt, dass er wohl nur die „gescheiterten“ Spieler aus der zweiten und dritten Reihe des FC Chelsea kenne. In der Tat kamen mit Bruma (Vertrag 2 Jahre auf Leihbasis mit Rückrufrecht für Chelsea nach einem Jahr), Mancienne, Sala und Töre gleich vier Youngster vom FC Chelsea zum HSV. Auch der fünfte Neuzugang kam von dort. Jedoch spielte er von 2007 bis 2011 jeweils auf Leihbasis für PSV Eindhoven, FC Twente und Vitesse Arnheim in der niederländische Eredevisie. Zugang Nr. 6 war schließlich und endlich der Norweger Per Siljan Skjelbred von Rosenborg Trondheim. Drei ehemalige Leihspieler kamen zum HSV zurück. Bertram spielt für die zweite Mannschaft, Tolgay Arslan wurde als offensiver Mittelfeldspieler nach einer guten Saison bei Alemannia Aachen für die erste zurückgeholt und Markus Berg für den Angriff.

Das Thema des Sommers hieß Umbruch bei unserem HSV. Zuweilen auch mal spöttisch, mal ernst Abbruch genannt. Wen sollten die neuen, jungen und relativ gesehen unerfahrenen Spieler ersetzen? Der HSV gab Spieler wie Ze Roberto, Frank Rost, Piotr Trochowski, Ruud van Nistelrooy, Collin Benjamin, Eljero Elia, Eric Maxim Choupo Moting, Tunay Torun, Änis Ben Hatira, Joris Mathijsen, Alex Silva, Guy Demel, David Rozehnal, Jonathan Pitroipa, Mickael Tavares, Kai Fabian Schulz und Wolfgang Hesl ab. Insgesamt 18 Spieler. Zwar nicht alle aus der ersten Mannschaft, aber der Aderlass war mehr als erheblich und hatte nicht nur finanzielle Gründe. Die Altstars wie van Nistelrooy und Ze Roberto waren nicht nur zu teuer sondern brachten auch nur noch sehr bedingt gute Leistungen. Junge Spieler wie Choupo Moting oder Torun hatten den Durchbruch beim HSV nicht geschafft und ein Trochowski kam über die Rolle des nach der richtigen Position suchenden Dauertalentes und „Dribbelkünstlers“ nicht hinaus.

Zu erwarten, dass der HSV trotzdem um die internationalen Plätze mitspielen würde kam zwar in der Öffentlichkeit vor, war allerdings kaum realistisch. Meine Erwartungshaltung brachte ich am 03.08. in dem Artikel Kaltz, Kargus und Co. zum Ausdruck. Ich schrieb von einer harten Saison, die mit der Saison 19721973 zu vergleichen sein wird. Das sich die Pleiten, Pech und Pannen – Serie von Michael Oenning ungebremst in den ersten sechs Ligaspielen fortsetzen würde war trotz des schwierigen Startprogramms nicht unbedingt zu erwarten. Die Konsequenz aus den teils desaströsen Auftritten wie z. B. in München war den berühmten und noch berüchtigteren Gesetzen der Branche folgend die Entlassung Oennings. Man sollte zwar nicht froh über den Arbeitsplatzverlust eines Menschen sein, aber im Interesse des HSV und seiner bis zu 1.700 Mitarbeiter bei Heimspielen – die im Falle eines Abstiegs mehrheitlich um ihren Arbeitsplatz bangen müssten – war es die richtige und einzig mögliche Maßnahme frühzeitig die Reißleine zu ziehen.

Interimscoach Nr. 1 wurde der HSVer Rodolfo Esteban Cardoso. Um es vorweg zu nehmen: Er machte seinen Job ausgezeichnet. Sein erstes Spiel war ein Auswärtssieg  beim VfB Stuttgart. Mindestens genauso wichtig war, dass er den Spielern von der ersten Trainingseinheit an wieder Freude und Spaß am Fußball vermittelte. Diese waren bei Oenning abhanden gekommen. Ständig richtete sich Oenning nach dem jeweiligen Gegner statt seine Mannschaft stark zu machen ging es um die Stärken des Gegners. Da ein Trainer auch für die Stärken seiner Truppe zuständig und verantwortlich ist, eine schwere Unterlassungssünde. Mit Cardoso wurde ein Wechsel in dieser Hinsicht deutlich. Auf Grund der noch fehlenden Trainerlizenz durfte Rodolfo nur zwei Spiele auf der Bank Platz nehmen. Leider verlor seine Mannschaft als besseres Team mit 1 : 2 gegen Schalke. Sein bisher einmaliges Gastspiel als verantwortlicher Trainer gab am 9. Spieltag Frank Arnesen. Beim SC Freiburg gab es den zweiten (Auswärts-) Sieg der Saison. Seit dem 10. Spieltag ist Thorsten Fink der verantwortliche Cheftrainer.

Und der brachte schon bei seiner Vorstellung deutlich zum Ausdruck mit welch breiter Brust er nach Hamburg gekommen ist und dass er der Trainer ist, der der Mannschaft neues Selbstbewusstsein und –vertrauen wieder einhauchen wird. Er wolle der Mannschaft zeigen, dass sie besser ist als ihr Tabellenplatz und die geringe Punktausbeute. Während der Trainersuche lehnte Arnesen unter anderen den um den HSV verdienten ehemaligen „Retter“ Huub Stevens als Nachfolger Oennings ab. Die Begründung war zumindest für einige nicht einsehbar oder vermittelbar. Er, Arnesen, wolle einen Trainer für den HSV bei dem er das Gefühl habe, dass es zu 100 Prozent passt. Einen der mit seinem Herzen in Hamburg beim HSV ist. Stevens verhandelt in etwa zeitgleichmit Schalke 04. Verständlich und nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Stevens zu diesem Zeitpunkt arbeitslos war. Für Arnesen kein Grund Stevens abzulehnen. Die Suche zog sich hin und in Öffentlichkeit gab es die ersten Stimmen, die Trainersuche mit der Sportdirektorensuche verglichen. Arnesen suchte nach dem Trainer bei dem es einfach passt. Er wollte keine Kompromisse mehr eingehen. Kompromisse a la Oenning. In Thorsten Fink hat er ihn gefunden. Zwar hat Fink den Baslern von Anfang an gesagt, dass sein Traum ein Verein in der Bundesliga sei, aber der HSV musste ihn aus einem laufenden Vertrag heraus kaufen. Dies bei einem Verein der zwei Mal hintereinander Schweizer Meister geworden war und gerade zu dem Zeitpunkt ein vielbeachtetes 3 : 3 mit dem FC Basel in Manchester bei United errungen hatte. Dies nach einem 3 : 1 Rückstand. So gesehen sprach eigentlich alles für einen Verbleib Finks in Basel. Aber Fink entschied sich schnell für den HSV. Aus verschiedenen Interviews konnte man entnehmen, dass dafür zwei Gründe wesentlich gewesen sind. Zum einen ist der HSV ein Traditionsverein mit einem richtig guten Namen in der Fußballwelt und zum anderen ist er von dem riesigen Potenzial des HSV absolut überzeugt. Bleibt für einige noch der Beigeschmack ihn aus einem laufenden Vertrag heraus gekauft zu haben. But that´s business. Tust du es nicht, tut es ein anderer.

Arnesen startete mit einem Remis im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Dabei war der HSV die bessere Mannschaft. Selbst der „Kicker“ attestierte „über weite Strecken ansehnlichen Fußball“ des HSV. So sollte es noch öfter kommen. Ob in Leverkusen oder Hannover: unterschiedliche Ursachen und Spielverläufe, mit identischen Ergebnis: Remis. Unentschieden in denen Siege nicht nur möglich gewesen wären, sondern auch verdient. Andererseits gab es unter Fink auch die beiden ersten Heimsiege. Endlich und Gott, sei Dank. Trotzdem es wurden auf dem Weg in die kurze Winterpause einige Punkte liegengelassen. Punkte die schon jetzt eine deutlich bessere Platzierung zur Folge gehabt hätten. Der Abstand zu Platz 7 beträgt nur vier Punkte, auf Platz 6 sind es sieben. Die Zielrichtung für den HSV in der Rückrunde ist klar: So schnell wie möglich ins gesicherte Mittelfeld vorstoßen. So lange gilt es den Blick nach hinten zu richten. Angesichts der Schwere der ersten sechs Aufgaben kein einfaches Unterfangen. Als kleine Vorschau: zunächst ein Heimspiel gegen den BVB, dann Hertha in Berlin und haben am 20. Spieltag in der Volksparkarena Bayern München zu gast. Es folgt der 1. FC Köln auswärts, danach das große Nordderby und am 6. Rückrundenspieltag geht es zur Borussia aus Mönchengladbach.

Wie sang Xavier Naidoo schon zur WM 2006: „Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ Trotzdem gibt sich Thorsten Fink weiterhin selbstbewusst. Und ich finde es richtig. Entscheidend ist doch zu gucken was man selbst tun kann um erfolgreich zu sein. Um nichts anderes geht es. Es geht nicht darum: „Um Gottes Willen, bloß nicht absteigen.“ Es geht darum realistische, für diese junge Mannschaft realistische Ziele zu setzen. Laut Fink ist es mindestens Rang 10. In seinen Worten: . . . unter die Top Ten kommen.

Am 03. Januar startet der HSV mit seinem Training und fliegt am 04.01. nach Marbella um sich dort auf die kommende Rückrunde vorzubereiten. Bis zum Rückrundenstart werden noch Testspiele gegen folgende Mannschaften ausgetragen: SC Lokeren (06. Januar), Christoph Daums FC Brügge (08. Januar) und ADO den Haag (10. Januar). Nach der Rückkehr gastiert der HSV bei Arminia Bielefeld (14. Januar).

Diese Testspiele benötigt die Mannschaft ganz sicherlich, denn Trainer Thorsten Fink hat angekündigt einiges, auch im personellen Bereich auszuprobieren. Er habe einige Ideen im Kopf. Andererseits soll die Mannschaft Finks Spielsystem und Selbstverständnis besser kennenlernen und umsetzen. Dazu gehören auch die Automatismen, wie Lauf- und Passwege zu verinnerlichen. Dringend notwendig scheint dies auf jeden Fall zu sein, nicht zuletzt um die Zahl der Missverständnisse während eines Spiels zu verringern und damit auch die Fehlpassquote zu senken.

Zum Schluss noch ein Blick in die nähere Transferzukunft. Fink wiederholte in einem Interview vor der Winterpause, dass es in derselben keine Neuverpflichtungen geben wird. Was die Gerüchteküche nicht wirklich bremst. Siehe auch: HSV – Transfergerüchte Weihnachten 2011. Im Gegenteil. Frank Arnesen befeuert die Gerüchte noch zusätzlich mit der öffentlich gewordenen Bitte, dass sich die Aufsichtsräte auch während der Winterpause bereit halten mögen. Die Aufsichtsräte müssen bei Abschlüssen über 500.000 € ihre Zustimmung geben. Nun warten wir ab und harren der Dinge, die auf uns zukommen. Und ganz sicher kommt vor dem Rückrundenauftakt am 22. Januar 2012 am 15. 01. die Mitgliederversammlung des HSV. Unter anderem mit der Wahl des Vorstandsmitgliedes für Mitgliederfragen. Kandidaten sind der aktuelle Vorstand Oliver Scheel und Christian „Büdi“ Blunck. Auch geht es um richtungweisende Satzungsänderungsanträge, die am 15.01. ab 11.00 diskutiert und beschlossen werden sollen.

Am Vorabend der neuen Saison

Mit der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal beginnt am heutigen Freitag die neue Saison. Nach 76 langen Tagen ohne Profifußball ist meine Vorfreude auf die Spielzeit 2011/2012 riesengroß. Aber: es ist eine Vorfreude, keine Euphorie.

Sie gekennzeichnet von einem zumindest personell sehr weit gediehenen Umbruch in der Mannschaft. Und erinnern wir uns. Der Umbruch beim HSV begann nicht mit den Spielern. Er begann mit der Mitgliederversammlung im Januar. Zunächst wurde bekanntgegeben, dass Dennis Aogo seinen Vertrag verlängert hat. Dann kamen die Aufsichtsratswahlen mit den bekannten Ergebnissen und Auswirkungen. Die erste personelle Veränderung wurde im Februar bekannt. Frank Arnesen sollte neuer Sportchef werden. Im März folgte der sukzessive Abgesang auf das Vorstandsduo Hoffmann/Krauss. Diese wurden durch Jarchow (zunächst kommissarisch, inzwischen bis März 2013) und Hilke, ebenfalls bis 2013 abgelöst. Damit waren auf der Ebene die Weichen gestellt. Jarchow kündigte an, dass es zunächst darum gehe wieder Ruhe in den Verein zu bringen und dies ist den neuen Verantwortlichen auch ganz offensichtlich gelungen.

Nachdem sich Rieckhoff auf der Info-Veranstaltung des Vorstandes im Mai öffentlich zum Thema der Maulwürfe in der HSV-Gremien geäußert und u. a. gefordert hatte, dass das weitergeben von Informationen an die Medien ein sofortiges Ende haben müsse, wurde es geradezu schlagartig ruhig. In den Medien tauchten sogar die Namen der Neuverpflichtungen erst dann auf, wenn sie zumindest so gut wie in trockenen Tüchern waren. Durch Indiskretionen wurde diesmal kein Transfer gefährdet. Was ich als hocherfreulich empfinde.

Verpflichtet wurden ausnahmslos junge und Jüngere Spieler. Mit Jeffrey Bruma, Michael Mancienne, Jacopo Sala und Gökhan Töre kamen gleich vier Youngsters vom ehemaligen Arbeitgeber Frank Arnsens dem FC Chelsea. Und aus Norwegen von Rosenborg Trondheim Per Ciljan Skjelbred. Außerdem stießen die zuvor verliehenen Wolfgang Hesl, Sören Bertram, Tolgay Arslan, Markus Berg hinzu. Aus dem Nachwuchsbereich wurden Jannek Sternberg, Robert Labus, Daniel Nagy, Kevin Ingreso, Hanno Behrens und Ashton Götz hochgezogen. Da ist kein Spieler älter als 25 Jahre. Und als weiteren Neuzugang nach langer Verletzungszeit und vier Knieoperationen: Romeo Castelen.

Neben den Nachwuchsspielern Eric Maxim Choupo Moting und Tunay Torun verließen den HSV nur noch „Senioren“: Frank Rost, Joris Mathijsen, Ze Roberto, Ruud van Nistelrooy, Collin Benjamin, David Rozehnal, Midager Piotr Trochowski und Jonathan Pitroipa, Christian Groß und Kai Fabian Schulz als weitere junge Spieler. Hinzu kommen noch die aussortierten Guy Demel und Mickael Tavares (vorerst 2. Mannschaft). Insgesamt 14 mehr oder weniger namhafte Abgänge und wie wir alle lesen konnten wohl der ein oder andere dabei der mitgeholfen hat, das Betriebsklima nicht allzu gut werden zulassen.

Immer wieder haben sich Arnesen und Oenning positiv über die Motivation und Arbeitsbereitschaft der Spieler geäußert. Diese haben sich über die gute (bessere) Stimmung auf dem Platz und in der Kabine sehr positiv geäußert. Dies sind Töne aus Spielerkreisen die ich in den letzten Jahren (seit Thomas Doll) nicht mehr gehört oder wahrgenommen habe. Den Testspielen und den daraus resultierenden Ergebnissen messe ich nicht allzu viel Bedeutung zu. Siege sind natürlich auch hier immer willkommen. Allerdings geben meiner Ansicht gerade in der Vorbereitung Niederlagen mehr Aufschluss über vorhandene Defizite. Insofern waren die Niederlagen gegen die Wölfe und den BVB wertvoll. Es gab aber auch eine ganze Reihe äußerst positiver Ansätze, die für die Zukunft zumindest mir Anlass für Optimismus sind: Mit Drobny und Mickel scheinen wir zwei gute bis sehr gute Torhüter zu haben. Die Außenverteidigerpositionen sind mit Aogo und Diekmeier gut besetzt. Wobei die rechte Seite für mich besonders erfreulich ist, da wir in der Vergangenheit hier riesige Probleme sowohl defensiv als auch offensiv hatten. Wie Innenverteidigung und Mittelfeld in der Stammformation aussehen werden wird sich erst herauskristallisieren wenn wirklich alle Spieler fit und im Mannschaftstraining sind. Gegenwärtig sind Arslan, Bruma und Berg in der Reha, Guerrero und Rincon werden am 02.08. und Skjelbred erst am 04.08. im Mannschaftstraining erwartet.

Erst in der Woche vor dem Dortmund Spiel wird die Entscheidung über den Kapitän für die Saison 2011/2012 fallen. Nicht wenige Hamburger Journalisten meinen, dass es Mladen Petric wird. Wenn, ja wenn er verlängert. Die Favoriten sind wohl Aogo, Jarolim, Westermann (Käpt´n in Oldenburg) und eben Petric.

Gewinner der Vorbereitung sind für mich Mancienne, Diekmeier und Son.

Und nun wird es einfach nur noch allerhöchste Eisenbahn, dass es endlich, endlich wieder losgeht. Wir unseren Durst nach HSV-Spielen und -Siegen endlich stillen können. Aber bitte dabei nur von Spiel zu Spiel denken (5 € ins Phrasenschein) und nicht daran was daraus werden kann wenn wir gut in die Saison starten. Wollen die Mannschaft und das Trainerteam, überhaupt will beim HSV keiner an etwas anderes denken als an das nächste Spiel.

In diesem Sinn: Nur der HSV!!!

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